6. Der neue vermögende Nachwuchs
Sie sind sichtbarer Einbruch der Postmoderne in die Welt des Vermögens. Aber es handelt sich in der Tat um Teile des Nachwuchses; und der kommt erst noch in relativ kleinen Schritten in der Welt der Vermögenden richtig an. Viele von ihnen sind noch zu jung, um jetzt schon aus eigener Kraft sehr vermögend sein zu können. Andere sind Kinder reicher Leute, aber noch nicht selbst am Ruder. Es wird also noch eine Weile dauern, bis sich diese Lebensart von Reichtum in größerem Maße bemerkbar macht. Aber ganz sicher wird sie die Welt der Reichen und deren Wirkung auf die Gesellschaft spürbar verändern. Aktuell schätzt Sinus ihre Zahl auf unter 10 Prozent.
Grundorientierung: Der neue Vermögende Nachwuchs sieht sich selbst als die kommende Elite. Dieses Selbstverständnis basiert auf dem Empfinden, besonders pragmatisch und clever, leistungsfähig und zielstrebig zu sein. Unterstützt durch klare Karrierestrategien, steht diesen Erfolgsmenschen einer neuen Zeit nichts mehr im Wege.
Das Hinterfragen von Normen und Hierarchien ist für den neuen vermögenden Nachwuchs eine Selbstverständlichkeit. Die schwache Bindung an althergebrachte Weltbilder und eine ausgesprochene Flexibilität führen dazu, dass er bei technologischen und wirtschaftlichen Neuerungen (IT-Revolution, Gentechnik, New Economy, Globalisierung) häufig zu den Vorreitern gehört.
Erscheint der neue vermögende Nachwuchs auch frei und ungebunden, hegt er doch eine recht ausgeprägte Sehnsucht nach Anerkennung, Ausgleich und sozialer Integration. Im Hintergrund vieler "Rich Kids" steht auch häufig der Wunsch nach einer intakten Familie als Ziel für später.
Der neue vermögende Nachwuchs verbindet materiellen Erfolg und lustvolles Leben miteinander. Hierbei werden traditionelle Widersprüche, zum Beispiel zwischen Pflicht und Genuss oder Beruf und Privatleben, aufgehoben. "Work hard, play hard!" ist der Schlachtruf dieser postmodernen Kopplung von Erfolgsmentalität und Hedonismus. Der neue vermögende Nachwuchs gibt sich als Gegenpol zum ausgeprägten Leistungsdenken teilweise ausschweifendem Luxuskonsum hin. Neben Konsumgütern im modernen City-Lifestyle wird gern in luxuriöse Freizeitgestaltung investiert, beispielsweise exzessives Feiern in exklusiven Clubs.
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