Von Arvid Kaiser
Hamburg - Die Wahrheit von Montag war am Vortag bereits überholt. Noch heute ist auf der Website von Freddie Mac unter "Frequently Asked Questions" zu lesen, wie gesund der US-Hypothekenfinanzierer sei.
Frage: "Tragen die amerikanischen Steuerzahler ein finanzielles Risiko für Freddie Mac?" Antwort: "Nein. Viele unabhängige Studien bestätigen, dass Freddie Mac angemessen kapitalisiert ist und seine Geschäftsrisiken gut beherrscht. Die Anleihen und Wertpapiere von Freddie Mac stellen keine Staatschulden dar und werden nicht von der Bundesregierung garantiert."
Die Ereignisse vom Wochenende kamen zwar nicht überraschend, ließen der Firma aber wohl nicht genügend Zeit, um eine neue Version der Wahrheit ins Internet zu stellen. Freddie Mac
steht ebenso wie das ältere Schwesterinstitut Fannie Mae
auf unbestimmte Zeit unter Zwangsverwaltung der Aufsichtsbehörde FHFA.
Die Aktionäre verlieren ihre Rechte, die Chefs müssen gehen. Der Staat beteiligt sich an Fannie und Freddie und kauft ihnen mit Hypotheken besicherte Anleihen (Mortgage-Backed Securities, MBS) ab. Die vor 40 Jahren begonnene Privatisierung der ursprünglich staatlichen Institute wird damit zum Irrweg gestempelt. Fannie Mae wurde 1938 von der Roosevelt-Regierung als Teil des "New Deal" ins Leben gerufen, um die wirtschaftliche Depression zu überwinden.
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