Nicht am falschen Ende sparen
Verschiebungen sind aber offenbar beim Produktionsanlauf des nächsten Astra geplant. Zwar wird nicht am Starttermin der neuen Baureihe gerüttelt, die für 2010 terminiert ist. Aber offenbar soll zumindest das Bochumer Werk noch bis ins folgende Jahr die alten Astra-Modelle weiter produzieren, für Osteuropa. Auch in diesem Fall sind die Ersparnisse gern gesehen, schließlich ist der Mutterkonzern GM tiefrot. Den Ausschlag gibt aber ein zusätzlicher Effekt: Im Osten des Kontinents ist der Astra sehr erfolgreich - so, wie er ist.
Kein Grund, dem Hauptkonkurrenten Golf, der in diesem Jahr runderneuert wird, allzu lange das Feld zu überlassen. Opel wird es sich nicht leisten können, später als 2010 per Generationswechsel gleichzuziehen. Deswegen sind die Beteuerungen glaubhaft, die Neuerscheinung verzögere sich nicht.
Ebenso wenig wird sich Renault aus dem margenstarken Geschäft mit dem Espace zurückziehen. Gespart wird, wo die Ansprüche an einen Hersteller nicht hoch sind: Von Volvo wird ein C30-Kombi nicht unbedingt erwartet. Wenn sich Renault aus der Oberklasse zurückzieht, ist davon zwar der Fuhrpark von Nicholas Sarkozy betroffen, sonst aber kaum jemand.
Schwellenländer sind kein verlässlicher Ausweg
Ein Grund für Alarm besteht also nicht: Die Hersteller werden sich nicht freiwillig ihrer Daseinsgrundlage berauben. Die Einsicht ist nicht mit einer Entwarnung zu verwechseln. Das Engagement praktisch aller Autokonzerne in Wachstumsmärkten wie Russland, China oder Indien sorgt zwar hier und da für kräftiges Wachstum, wie Volkswagen mit einem Gewinnsprung von 30 Prozent im ersten Halbjahr 2008 zeigt.
Doch schon zeigt China erste Schwächen; ohnehin lasten die Probleme auf den Heimatmärkten weiter schwer. Viel hängt davon ab, wie schnell sich die Hersteller auf die Anforderungen beim Spritsparen und umweltschonende Techniken einstellen. Das ist kein leichtes Unterfangen, gibt Kroher zu bedenken: Die Entwicklungszeiten für ein Modell liegen bei acht bis zehn Jahren.
So betrachtet ist das Aus für den BMW X7 eine gute Nachricht: Die Münchener haben auf die veränderte Marktlage für ihr Luxustrumm reagiert.
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