Frankfurt am Main - Der Hamburger Shoppingcenter-Betreiber ECE hat Interesse an der Übernahme einiger Hertie-Filialen. "Am Ende können zehn interessant sein, vielleicht aber auch 20", sagte Development-Geschäftsführer Jan Röttgers dem Fachmagazin "Textilwirtschaft".
Auch vor den Häusern in kleineren und mittleren Städten schreckt ECE nicht zurück. "Es ist ja bekannt, dass wir mittlerweile auch in Mittelzentren expandieren." Interessant seien für ECE vor allem Standorte, die durch den Zukauf benachbarter Immobilien und Grundstücke erweitert werden können.
Der Warenhausbetreiber Hertie hatte Ende Juli Insolvenz angemeldet, weil sein Eigentümer, der britische Investor Dawnay Day, finanziell ins Trudeln geraten war. Zudem hatte die nachlassende Konsumfreude der Verbraucher den Warenhäusern zugesetzt. Herties Insolvenzverwalter Biner Bähr führt nun Gespräche mit Interessenten. Fraglich ist, ob ein Käufer für alle 72 Standorte gefunden werden kann.
Für Hertie-Filialen in ihrer jetzigen Form dürfte eine Übernahme durch ECE das Aus bedeuten, so die "Financial Times Deutschland". Das Unternehmen würde nach eigenen Aussagen nicht als Vermieter für Hertie auftreten wollen. Am operativen Geschäft ist der Projektentwickler ohnehin nicht interessiert.
Dennoch hofften die Städte darauf, dass ECE investiert, denn der Konzern lockt in der Regel wichtige Mieter wie Media Markt oder H&M in seine Center. Da in Großstädten kaum noch attraktive Grundstücke zu haben sind, überzieht das Unternehmen seit längerem kleinere und mittlere Städte mit Shoppingcentern Orte, an denen häufig auch Hertie angesiedelt ist.
Eine ähnliche Strategie verfolgt auch der Essener Projektentwickler MFI. Das Unternehmen wollte sich gegenüber der "FTD" nicht dazu äußern, ob es bei Hertie mitbieten wird. Das Vorhaben von ECE ist noch in einem frühen Stadium. Man habe bislang noch keinen Kontakt zum Insolvenzverwalter aufgenommen, hieß es.
manager-magazin.de mit material von dpa-afx
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