Freitag, 10. Februar 2012, 04:54 Uhr

manager magazin



25.08.2008
 

Müllers Welt

Amerikas schwärzeste Stunde

Von Henrik Müller

2. Teil: Verrat amerikanischer Werte

Zweitens: Trotz der trüben Lage und der düsteren Stimmung, habe ich in den USA bemerkenswert viele Menschen getroffen, die eine hellere Zukunft vorhersehen. Und die sich mit ihrer ganzen Energie dafür einsetzen.

  Hoffnung?  Die Stimmung in den USA ist düster, dennoch sehen viele Menschen Zeichen für eine hellere Zukunft
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REUTERS

Hoffnung? Die Stimmung in den USA ist düster, dennoch sehen viele Menschen Zeichen für eine hellere Zukunft

Schließlich gehört es zum Selbstverständnis Amerikas, sich immer wieder neu erfinden zu können.

Das gilt für jeden einzelnen: Umziehen, einen neuen Job anfangen, neue Freunde suchen - das ist die normale Härte des Lebens, die man bereit ist, auf sich zu nehmen.

Das gilt für die Gesellschaft als ganze: Amerikaner können sich vorbehaltlos für Neues begeistern - für neue Ideen, neue Technologien, neue Personen. Daher die Begeisterung für Barack Obama, der als Figur eine echte Innovation auf dem Markt der politischen Ökonomie ist, auch wenn sein politisches Programm bislang nicht so wahnsinnig innovativ daher kommt.

Man kommt nicht umhin, die derzeitige Lage der US-Wirtschaft mit der Situation in Deutschland zwischen 1993 und 2005 zu vergleichen: zwei Volkswirtschaften in einer tiefen Strukturkrise. Beides Gesellschaften, deren finanzielle Bedingungen sich verschlechterten, während andere Länder prosperierten.

Beides Nationen mit angebrochener Identität: Deutschland litt - und leidet noch - an der unglücklich vollzogenen Wiedervereinigung zweier sich fremder Gesellschaften und an der Krise des für das westdeutsche Selbstverständnis so wichtigen Sozialstaats.

Mehr zum Thema in:
manager magazin 09/2008

USA

Wo Amerikas Zukunft liegt, lesen Sie im manager magazin 09/2008 ab Seite 86.

Die USA beklagen den Verrat amerikanischer Werte durch Guantanamo und die Regierungslügen, die zum Irak-Krieg führten, und die Krise bringt viele Bürger vom gewohnt opulenten American Way of Life ab.

Zeit für eine Katharsis, für die große Reinigung - für eine Renaissance.

Ich glaube, Amerika wird diese Wiedergeburt leichter und schneller gelingen als Deutschland. Hinweise, Argumente und Fakten dazu lesen Sie, wie gesagt, im aktuellen Heft.

Dennoch: Es gibt keinen quick fix, keine schnelle Lösung. Amerika steht am Beginn eines langen, schwierigen Wegs. Wir werden ihn mit Interesse und mit Sympathie begleiten.

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insgesamt 26 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
20.09.2008 von msuess72: USA, Treuhand 2.0 und der Niedergang

Ich kann Ihnen hier nur beipflichten. Die Krise im Finanzwesen der agnglo-amerikanisch geprägten Volkswirtschaften war doch abzusehen. Die öffentlichen wie privaten Haushalte leben seit Jahren nur noch auf Pump. Ganz [...] mehr...

16.09.2008 von sunshinegeorge: Wirtschaftgeschichte

Wie sich das doch ähnelt. Ich hab ein etwas älteres Buch von dem amerikanische Narionalökonomen J.K.Galbright ausgegraben mit dem Titel:´Die Herrschaft der Bankrotteure, der wirtschaftliche Niedergang Amerikas´ ( 1992 ) Da kann [...] mehr...

16.09.2008 von Bernd_Klehn: Hausaufgaben

Aber erst müssen intern die Hausaufgaben gemacht werden. Rechnet man Holland, die nordischen Länder und Deutschland heraus, steht der Rest auch nicht besser da, als die USA. Besonders UK, Spanien und Frankreich leben permanent [...] mehr...

15.09.2008 von lieberich: Stunde der Wahrsager

Tja, immer wenn ich Herrn Müller lese, dachte ich bisher, der ist wohl ein bisschen zulange SPIEGEL - Redakteur gewesen. Aber der jetzige Kollaps von Lehman Brothers und Merill Lynch , der absoluten Super Icons der Wall Street, [...] mehr...

03.09.2008 von Carinthia: "Palin? It's the energy, stupid!"

In leichter Abwandlung des wirksamsten Wahlslogans von Bill Clinton wage ich offenen Widerspruch: Amerikas schwärzeste Stunde wird nur ein paar Minuten dauern, während die Nacht über Europa (um in Henrik Müllers Zeitachse zu [...] mehr...

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