Von Henrik Müller
Kürzlich war ich mal wieder in den USA unterwegs. Das Ergebnis lesen Sie im aktuellen manager magazin: Ich begab mich auf die Suche nach der Zukunft Amerikas. Wovon wird Amerika künftig leben? Wie kann das neue Geschäftsmodell der immer noch wichtigsten Volkswirtschaft der Welt aussehen?
Ich sprach mit Unternehmern und Managern, mit Politikern, Beratern, Marktforschern und Wissenschaftlern. Und mit ganz normalen Leuten. Eine Reise durch das Landesinnere - in Gegenden, die selten von Korrespondenten bereist werden und die auch die Amerikaner in New York oder Washington, in San Francisco oder Los Angeles kaum beachten. "Fly-over country" nennen sie das.
Aber diese Gegenden sind ein wichtiger Teil der USA. Sie sind wirtschaftlich relevant, teils bevölkerungsreich, teils rohstoffreich. Auch Präsidentschaftswahlen entscheiden sich im Landesinneren, nicht an den Küsten.
Zwei Beobachtungen möchte ich zur Diskussion stellen:
Erstens: Dies ist der schwärzeste Zeitpunkt Amerikas seit Generationen. Die Morde an den Kennedys und an Martin Luther King, Vietnam, Watergate, das Platzen der Dotcom-Blase und der 11. September 2001 – all das waren Schocks für die Nation. Aber es waren Ereignisse, die das Leben des Einzelnen nicht nachhaltig veränderten (außer man wurde nach Vietnam eingezogen).
Was die USA momentan durchmachen, ist etwas ganz anderes: Es ist eine allgemeine Krise des nationalen Selbstvertrauens. Die Mehrheit der Amerikaner muss am täglichen Bedarf sparen; an Essen, Fahren, Wohnen, Reisen. Für viele wird es wirklich eng. Die Lage ist schlecht und die Stimmung überwiegend pessimistisch.
Anders als frühere Krisen, die eher virtuelle Ereignisse waren, ist die derzeitige Situation sehr real: Sie schlägt sich im Leben jedes einzelnen nieder. Am ehesten ist sie vergleichbar mit der Großen Depression zwischen 1929 und 1939, die bis heute ein nationales Trauma darstellt.
Auch jetzt stehen die USA wieder an einem solchen Punkt: Gewohnheiten müssen sich ändern, Erwartungen nach unten korrigiert werden, eine lange Durststrecke ins Auge gefasst werden. Diese Jahre werden sich ähnlich stark ins Bewusstsein der Nation einbrennen wie die Depressionsjahre.
Ich kann Ihnen hier nur beipflichten. Die Krise im Finanzwesen der agnglo-amerikanisch geprägten Volkswirtschaften war doch abzusehen. Die öffentlichen wie privaten Haushalte leben seit Jahren nur noch auf Pump. Ganz [...] mehr...
Wie sich das doch ähnelt. Ich hab ein etwas älteres Buch von dem amerikanische Narionalökonomen J.K.Galbright ausgegraben mit dem Titel:´Die Herrschaft der Bankrotteure, der wirtschaftliche Niedergang Amerikas´ ( 1992 ) Da kann [...] mehr...
Aber erst müssen intern die Hausaufgaben gemacht werden. Rechnet man Holland, die nordischen Länder und Deutschland heraus, steht der Rest auch nicht besser da, als die USA. Besonders UK, Spanien und Frankreich leben permanent [...] mehr...
Tja, immer wenn ich Herrn Müller lese, dachte ich bisher, der ist wohl ein bisschen zulange SPIEGEL - Redakteur gewesen. Aber der jetzige Kollaps von Lehman Brothers und Merill Lynch , der absoluten Super Icons der Wall Street, [...] mehr...
In leichter Abwandlung des wirksamsten Wahlslogans von Bill Clinton wage ich offenen Widerspruch: Amerikas schwärzeste Stunde wird nur ein paar Minuten dauern, während die Nacht über Europa (um in Henrik Müllers Zeitachse zu [...] mehr...
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