Von Arvid Kaiser
Hamburg - Nach dieser Nachricht werden die Karten im deutschen Bankenmonopoly neu gemischt: Die bisher nur Insidern bekannte französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel übernimmt - wenn die Kartellbehörden zustimmen - noch in diesem Jahr das deutsche Privatkundengeschäft der Citigroup
. Der Global Player Deutsche Bank
geht leer aus. Der von Josef Ackermann geführten Bank wurden bislang die besten Chancen eingeräumt, den Marktführer im deutschen Konsumentenkreditgeschäft zu bekommen
Was nun, Herr Ackermann?.
Der Kaufpreis von 4,9 Milliarden Euro ist für Crédit Mutuel leicht aufzubringen. Die Gruppe verdiente im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro und verfügt über 26,4 Milliarden Euro Eigenkapital, mit einer ausgezeichneten Eigenkapitalquote von 9 Prozent. Ihre Stärke bezieht sie aus einer Konzentration auf das Privatkundengeschäft, das für stabile Erträge sorgt. Crédit Mutuel sieht sich als Marktführer im Geschäft mit Vereinen und sozialen Organisationen, zweitgrößte Landwirtschaftsbank und zweitgrößte Filialbank überhaupt in Frankreich.
14,9 Millionen Kunden und 5148 Filialen zählen die lokal verwurzelten Kreditgenossen. Zum Vergleich: Die Dresdner Bank hat in Deutschland 1074 Niederlassungen, das größte Filialnetz der großen Geschäftsbanken. Mehrfach wurde Crédit Mutuel für die guten Beziehungen zwischen Bank und Kunden prämiert. So wollen es die Franzosen auch in Deutschland halten.
"Das Filialnetz wird bleiben, die Mitarbeiter werden bleiben, das ist alles, was man zum jetzigen Zeitpunkt sagen kann", so Pressesprecher Bruno Brouchiquan. Also macht Crédit Mutuel alles genauso wie bisher die Citigroup? "Für den Moment ja", sagt Brouchiquan. Mit einer wesentlichen Ausnahme: Den Namen Citibank darf Crédit Mutuel nicht weiter verwenden. Wie die Citibank-Filialen nach einer Übergangszeit heißen werden, stehe noch nicht fest.
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