Sorgenkind Privatkonsum
Die Finanzkrise beziehungsweise ihre Folgen beschäftigen auch Deutschland. Und das nicht unbedingt negativ. So hat das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sich für die weitere konjunkturelle Entwicklung optimistisch gezeigt und die Prognose deutlich angehoben. Nur in den Sommermonaten durchlaufe die deutsche Wirtschaft eine "konjunkturelle Delle", hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse.
Derzeit würden die Impulse aus dem Ausland nachlassen. Außerdem dürften die Unternehmen nach dem Investitionsschub in den vergangenen beiden Jahren zunächst mit einer weiteren Aufstockung der Investitionen abwarten, schreiben die IWH-Experten. Im weiteren Jahresverlauf sollte die deutsche Wirtschaft dann aber wieder stärker in Schwung kommen.
Ein Hemmnis für den weiteren Wirtschaftsaufschwung sei allerdings der private Konsum. "Der private Konsum kommt nicht in Fahrt, und das trotz der hohen Beschäftigungszuwächse und inzwischen auch anziehender Löhne", hieß es weiter in der Studie. Wegen des überraschend starken Wirtschaftswachstum zu Beginn des Jahres rechnen die IWH-Experten aber auch für das Gesamtjahr 2008 mit einer hohen Wachstumsrate von 2,3 Prozent. Bisher hatten sie lediglich 1,5 Prozent Wachstum veranschlagt.
IWH: "Wachstum 2009 deutlich niedriger"
Im weiteren Verlauf des Jahres rechnen die IWH-Experten dann wieder "mit einem Anziehen der Konjunktur in Deutschland". Sie begründeten ihre optimistische Einschätzung mit nach wie vor guten Exportgeschäften in den aufstrebenden Schwellenländern, mit einer langsamen Überwindung der Schwächephase der US-Wirtschaft und mit der guten Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen.
Im kommenden Jahr rechnet das IWH mit einer "nach wie vor hohen Dynamik" der deutschen Wirtschaft. Wegen der geringeren Zahl an Arbeitstagen werde das Wachstum 2009 allerdings mit 1,3 Prozent deutlich niedriger ausfallen als 2008. Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt werde sich auch im kommenden Jahr weiter fortsetzen, hieß es. Für 2008 rechnet das IWH mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 3,247 Millionen. Im kommenden Jahr dürfte die Zahl dann auf 3,143 Millionen sinken.
manager-magazin.de mit Material von reuters
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