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manager magazin



09.07.2008
 

Finanzkrise

"Es kann schlimmer kommen"

Ist die Kreditkrise vorbei? Jamie Dimon, J.P.-Morgan-Chef, und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel geben sich skeptisch. Beide mahnen, die Probleme entschieden anzugehen. Die Zukunft der deutschen Wirtschaft zeigt sich laut dem Hallenser Institut für Wirtschaftsforschung jedoch überraschend heiter.

Arlington/USA - Der Chef der US-Investmentbank J.P. Morgan, Jamie Dimon, hat vor einer Verschärfung der Kreditkrise gewarnt. Zwar habe die Branche einige Probleme in den Griff bekommen, sagte Dimon am Dienstag vor Kreditversicherern. Die Marktbedingungen könnten sich aber noch einmal verschlechtern.

"Wir stehen vor einigen sehr ernsthaften Fragen:" J.P.-Morgan-Chef Dimon
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"Wir stehen vor einigen sehr ernsthaften Fragen:" J.P.-Morgan-Chef Dimon

"Ich glaube, wir stehen vor einigen sehr ernsthaften Fragen", sagte Dimon. "Es kann noch schlimmer kommen." Auf lange Sicht beschrieb er die Aussichten der US-Volkswirtschaft als glänzend. Kurzfristig müsse aber noch mit einigen Prüfungen gerechnet werden. Privatkundeninstitute, Regionalbanken und der Arbeitsmarkt für den durchschnittlich ausgebildeten Amerikaner würden voraussichtlich als nächste unter Druck kommen, sagte Dimon.

Im März hat die US-Notenbank Fed J. P. Morgan bei der Übernahme der von der Kreditkrise schwer angeschlagenen Konkurrentin Bear Stearns geholfen. Sie stellte 29 Milliarden Dollar als Übergangskredit bereit.

Merkel: "Gefahr des "'business as usual'"

Auch in der Bundesregierung gibt man sich problembewusst. Kanzlerin Angela Merkel warnte zudem davor, die aktuelle Finanzkrise als bereits ausgestanden zu betrachten. Man dürfe nicht vergessen, Lehren daraus zu ziehen. Die G8 hätten festgestellt, dass es trotz mancher Zeichen für eine Besserung der Lage an den Finanzmärkten noch ernste Spannungen gebe. "Es gibt ein bisschen die Gefahr, dass man schon wieder zum 'business as usual' zurückkehrt", mahnte sie.

Merkel verwies auf Vorschläge des Forums für Finanzstabilität (FSF) aus Notenbankern und Finanzmarktaufsehern, die umgesetzt werden müssten. Bei diesen Anregungen geht es um mehr Transparenz, härtere Eigenkapitalanforderungen für risikoreiche Geschäfte bei Banken, mehr Aufsicht und Verbesserungen bei den Ratingagenturen. "Es kommt nun darauf an, dass das jetzt wirklich implementiert werden muss", unterstrich die Kanzlerin. Deshalb würden die G8 in einem Jahr nach den Fortschritten auf diesem Gebiet fragen.

Eine Lehre aus der Finanzkrise sollte nach Merkels Worten sein, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) mehr als bisher zu einer Institution für die Frühwarnung vor Finanzkrisen wird. In dieser Auffassung sei sie sich mit Großbritanniens Premierminister Gordon Brown und anderen einig gewesen, sagte die Bundeskanzlerin.

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