Paris/Berlin - Air France-KLM
geht angesichts steigender Treibstoffpreise neue Wege. Europas größte Fluggesellschaft will zusammen mit dem französischen Mischkonzern Veolia ein eigenes Netz von Hochgeschwindigkeitszügen aufbauen, das Passagiere vom Drehkreuz Paris Charles de Gaulle und anderen Flughäfen zu ihren Zielorten bringt.
Die neue Generation: Die Züge werden immer schneller. In Zeiten steigender Kerosinpreise sind sie eine Alternative für Kurzstreckenflüge. Diese Option entdecken auch Fluggesellschaften. Air France zum Beispiel plant, ein eigenes Hochgeschwindigkeitsnetz aufzubauen. Das Bild zeigt den neuen französischen Schnellzug AGV (360 Km/h) mit dem franzöischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.
"Im Rahmen der Öffnung des Schienenverkehrs für den Wettbewerb in Europa 2010 sehen Air France und Veolia die Möglichkeit, zusammen ein neuer Spieler im europäischen Eisenbahnmarkt zu werden", sagte ein Air-France-Sprecher am Freitag. Es sei jedoch noch zu früh, um über Details zu sprechen.
Die "Financial Times" berichtete, die Züge sollten unter dem Markennamen "Air France" verkehren. In diesem Zusammenhang könnten eine Reihe von Flügen zwischen Frankfurt und Paris gestrichen werden, da beide Städte durch ein Hochgeschwindigkeitszugnetz verbunden sind, schreibt das Blatt.
Die Lufthansa
, nach Air France-KLM die Nummer zwei in Europa, reagierte gelassen auf die Ankündigung seines Konkurrenten. "Wir haben keine Pläne, in ein Verkehrsunternehmen zu investieren oder ein eigenes Bahnnetz aufzubauen. Die Kooperation zwischen Lufthansa und der Deutschen Bahn läuft sehr gut und wir könnten diese bei Bedarf intensivieren", sagte ein Lufthansa-Sprecher.
Das Lufthansa-Drehkreuz in Frankfurt besitzt einen eigenen ICE-Bahnhof, von wo aus die Passagiere auf dem im Vergleich zu Frankreich gut ausgebauten Schienennetz zu ihren Zielorten fahren können. Nach Köln und Stuttgart fahren ICEs mit eigenen Abteilen für Lufthansa-Kunden. Auf allen anderen Strecken erhalten Passagieren im Rahmen des Kooperations-Programms "Rail and fly" verbilligte Tickets.
Analystin Claudia Erdmann von der HSH-Nordbank sieht die Allianzen zwischen den einst konkurrierenden Transportmitteln Flugzeug und Bahn positiv. "Bis zu einer gewissen Distanz macht es einfach Sinn, Kunden in den Zug umsteigen zu lassen." Das Air-France-Vorhaben, Züge unter eigenem Namen fahren zu lassen, hält sie für erfolgsversprechend. "Wenn die Abfahrtszeiten von Flug und Bahn aufeinander abgestimmt sind, und der Zug die Passagiere direkt ins Stadtzentrum bringt, können die Kunden viel Zeit einsparen."
manager-magazin.de mit Material von reuters
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