Mittwoch, 8. Februar 2012, 16:09 Uhr

manager magazin



27.06.2008
 

Managervergütung

Cromme für Auszahlsperre

Von Nils-Viktor Sorge, Berlin

Nur Leistung soll sich lohnen: Nach Ansicht von Gerhard Cromme sollen Topmanager Teile ihrer Vergütung nur dann ausgezahlt bekommen, wenn das Unternehmen langfristig erfolgreich ist. Der Vorschlag des scheidenden Vorsitzenden der Corporate-Governance-Kommission könnte dazu führen, dass mancher Bonus für den Chef gestoppt wird.

Berlin - Die von der Corporate-Governance-Kommission im Juni beschlossene Empfehlung, Abfindungen zu begrenzen, reicht nach Ansicht des scheidenden Vorsitzenden, Gerhard Cromme, nicht aus. Um Exzesse bei Managergehältern zu vermeiden, dürften notfalls variable Teile der Vergütung nicht ausgezahlt werden werden, sagte Cromme am Freitag während der Konferenz Corporate Governance Kodex in Berlin.

Gerhard Cromme:  Gegen kurzfristiges Frisieren
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DPA

Gerhard Cromme:
Gegen kurzfristiges Frisieren

Mit seinem Vorschlag will Cromme verhindern, dass Vorstände kurzfristig Geschäftsergebnisse frisieren, üppige Boni kassieren und langfristig negative Effekte ausblenden. "So könnte man der Kritik von Aktionären begegnen, die zu Recht monieren, dass sich in manchen Unternehmen die Ergebnissituation kurz nach Auszahlung der langfristigen Vergütungskomponente deutlich verschlechtert", sagte Cromme.

Bei dem Thema Managervergütungen sei die Kommission unter seiner Führung ein gutes Stück vorangekommen, zog Cromme Bilanz. Er verwies auf die entwickelten Kriterien, die die Angemessenheit von Vorstandsbezügen definieren. Dabei sollen Konzerne die Leistungen des Vorstands unter anderem mit denen der Chefs der Konkurrenz vergleichen.

Weitere Vorschläge der Kommission sind bei Chefs von Dax-Konzernen indes umstritten. Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Reto Franchioni, sprach sich in Berlin gegen die Forderung, aus, dass künftig der gesamte Aufsichtsrat über die Höhe der Managementvergütung beraten soll. Bisher tut das in der Regel der Vergütungsauschuss. "Transparenz in einer solchen sensiblen Frage ist angebracht und wird praktiziert. Ob es einer sachlichen Diskussion dient, das Thema in einem 20-köpfigem Gremium zu demontieren, wage ich zu bezweifeln", sagte Francioni.

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