Von Nils-Viktor Sorge, Berlin
Berlin - Die von der Corporate-Governance-Kommission im Juni beschlossene Empfehlung, Abfindungen zu begrenzen, reicht nach Ansicht des scheidenden Vorsitzenden, Gerhard Cromme, nicht aus. Um Exzesse bei Managergehältern zu vermeiden, dürften notfalls variable Teile der Vergütung nicht ausgezahlt werden werden, sagte Cromme am Freitag während der Konferenz Corporate Governance Kodex in Berlin.
Mit seinem Vorschlag will Cromme verhindern, dass Vorstände kurzfristig Geschäftsergebnisse frisieren, üppige Boni kassieren und langfristig negative Effekte ausblenden. "So könnte man der Kritik von Aktionären begegnen, die zu Recht monieren, dass sich in manchen Unternehmen die Ergebnissituation kurz nach Auszahlung der langfristigen Vergütungskomponente deutlich verschlechtert", sagte Cromme.
Bei dem Thema Managervergütungen sei die Kommission unter seiner Führung ein gutes Stück vorangekommen, zog Cromme Bilanz. Er verwies auf die entwickelten Kriterien, die die Angemessenheit von Vorstandsbezügen definieren. Dabei sollen Konzerne die Leistungen des Vorstands unter anderem mit denen der Chefs der Konkurrenz vergleichen.
Weitere Vorschläge der Kommission sind bei Chefs von Dax-Konzernen indes umstritten. Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Reto Franchioni, sprach sich in Berlin gegen die Forderung, aus, dass künftig der gesamte Aufsichtsrat über die Höhe der Managementvergütung beraten soll. Bisher tut das in der Regel der Vergütungsauschuss. "Transparenz in einer solchen sensiblen Frage ist angebracht und wird praktiziert. Ob es einer sachlichen Diskussion dient, das Thema in einem 20-köpfigem Gremium zu demontieren, wage ich zu bezweifeln", sagte Francioni.
© manager magazin Online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH