Berlin/Hannover - Anstatt der ursprünglich geplanten 134 sollen ab dem Winterflugplan nur noch 120 Flugzeuge eingesetzt werden, teilte Air Berlin
am Mittwoch in Berlin mit. Die Flugkapazität werde dadurch um 10 Prozent gesenkt, allein die Langstrecke um 30 Prozent. Ende Oktober werde zudem die in München ansässige Verwaltung der im August 2006 übernommenen Tochter DBA mit 52 Mitarbeitern aufgelöst.
Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft will 14 vor allem ältere Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge ausmustern. Ausgesetzt werden die erst am 1. Mai aufgenommenen Verbindungen nach Peking und Shanghai. Hauptgrund dafür seien die noch immer ungeklärten Überflugrechte für Russland. "Wenn wir über die längere Südroute fliegen müssten, würde sich das beim derzeitigen Kerosinpreis nicht mehr rechnen", sagte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. Im Winter ausgesetzt werden soll auch die Verbindung von Düsseldorf nach New York. Weniger Flüge werde es zudem auf den Strecken nach Kapstadt, Windhoek und Bangkok geben. Eingestellt würden die Flüge nach Mauritius und Sri Lanka.
Auch Wettbewerber Tuifly streicht zum Sommer 2009 ertragsschwache Strecken und setzt weniger Maschinen ein. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte, verringert sich die Zahl der angeflogenen Ziele im Sommerflugplan 2009 um sechs auf 74. Die Zahl der eingesetzten Flugzeuge reduziere sich im Vergleich zum diesjährigen Sommer um drei auf 45. Tuifly wolle sich auf ertragsstarke Strecken konzentrieren, sagte ein Sprecher. Die Zahl der wöchentlichen Verbindungen bleibe aber mit rund 900 in etwa gleich. Tuifly ist eine Tochter des Reiseriesen Tui Travel
mit Sitz in London, an dem die Tui AG
in Hannover die Mehrheit hält.
Der Sommerflugplan 2009 sei effizienter und produktiver gestaltet worden, hieß es. Zu den Strecken, die gestrichen worden seien, zählten etwa die Verbindungen Hannover-Stockholm oder Köln-Linz. Tuifly schalte am Donnerstag als erste deutsche Airline bereits einen Großteil des Sommerflugplans 2009 zur Buchung frei. Insgesamt werden auf rund 290 Strecken von 16 Abflughäfen rund 900 wöchentliche Verbindungen zu 74 Zielen angeboten. Die zum Jahresbeginn begonnene "Qualitätsoffensive" werde fortgesetzt.
Tui Travel und die Lufthansa
verhandeln seit Monaten über eine Fusion ihrer Fluggesellschaften Tuifly und Germanwings, unter Einschluss der Regionalgesellschaft Eurowings. Der Tuifly-Sprecher wollte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern. Die Lufthansa und Tui Travel wollen mit der Fusion gemeinsam gegen die Konkurrenz von Air Berlin sowie die Billigflieger Easyjet
und Ryanair
antreten. Tuifly war Anfang 2007 aus der Zusammenführung von Hapagfly und Hapag-Lloyd Express entstanden.
manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx
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