Von Susanne Schulz, Stockholm
Die Autohersteller wollen mehr Zeit
Andererseits kann sich Troedsson das Elektroauto erst in ferner Zukunft als marktfähige Alternative vorstellen, denn die schwedische GM-Tochter Saab hat noch kein serienreifes Elektroauto entwickelt. "Es ist schwer zu sagen, welche Technologie sich in Zukunft durchsetzen wird", gibt Troedsson zu bedenken.
In Forscherkreisen wird der künftige Erfolg der Technologie tatsächlich vor allem von der Entwicklung leistungsfähiger Batterien abhängig gemacht. Negativ formuliert lautet die Kritik der Autokonzerne also, die Regierung wäre mit der Prämie nicht ausreichend technologieneutral. Eva-Marie Byberg, Sprecherin von Lars Lejonborg, wendet dagegen ein: "Wir wollen eben durch die finanziellen Anreize die Wirtschaft dazu ermuntern, die entstehende Nachfrage nach Elektroautos möglichst schnell zu befriedigen."
Die Fahrzeughersteller fürchten indes um die Zukunft ihrer Ethanolmodelle, auf die sie bisher gesetzt haben. Saab profitiert am meisten von der staatlich geförderten Ethanol-Euphorie in Schweden. Knapp 48 Prozent der 2007 in dem skandinavischen Land verkauften Ethanol-Autos stammen von der Marke. Auch Volvo hält den Vorstoß für verfrüht: "So weit sind wir noch nicht. Es gibt noch viel zu tun, bis wir in der Phase sind, in der wir die Konsumenten dazu ermuntern sollten, auf Elektroautos zu setzen", sagte Volvos Umweltsprecher Niklas Gustavsson dem Online-Wirtschaftsmagazin E24. Im Jahr 2007 stammten 24 Prozent der verkauften Ethanol-Fahrzeuge von Volvo.
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2007 ist so der Verkauf von Umweltautos in Schweden um 49 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen und betrug damit 18 Prozent aller Neuwagenverkäufe – 65 Prozent davon sind Ethanolfahrzeuge. Laut Branchenverband Bil Sweden wies das Land somit im vergangenen Jahr den am schnellsten wachsenden Anteil an Umweltautos in ganz Europa und "vermutlich in der ganzen Welt" auf.
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