06.06.2008
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EU-Szenario

Invasion der Businessjets

Von Nils-Viktor Sorge

4. Teil: Drei-Klassen-System der Businessjets

Drei-Klassen-System der Businessjets

Trotz aller Bedenken haben sich die Luftfahrtstrategen des Epats-Projekts schon genauere Gedanken darüber gemacht, welche Flugzeuge für welche Zielgruppe infrage kämen. Sowohl Propellermaschinen mit Kolbentriebwerk, Turboprops als auch moderne Düsenflieger mit drei bis 19 Sitzen eignen sich laut der Studie für die Revolution am Himmel.

Die einfachen Propellermaschinen sollen dabei als eine Art Holzklasse der individuellen Geschäftsfliegerei fungieren. Passagiere gelangen mit etwa 350 Stundenkilometern auf Strecken bis etwa 900 Kilometern ans Ziel. Heute haben Anbieter wie Cirrus, Piper oder Diamond solche Maschinen im Angebot. Die Verbrauchskosten ließen sich auf 1000 Kilometern pro Sitz auf 120 Euro in heutigen Preisen reduzieren.

Die neue Mittelklasse am Himmel sind in dem Szenario Turboprop-Maschinen, die mit 550 Sachen unterwegs sind und auf 1000 Kilometern Kosten von 150 bis 200 Euro pro Sitz verursachen. Hersteller sind derzeit beispielsweise Pillatus, Piaggio und Beechcraft. Für Topmanager würde der Trip im 750 Stundenkilometer schnellen Düsenjet von Grob oder Cessna auf der Referenzstrecke mit 300 bis 350 Euro pro Sitz zu Buche schlagen.

Den Durchbruch sollen nicht zuletzt die modernen Businessflieger in Leichtbauweise bringen, die - in hoher Stückzahl hergestellt - die Kosten deutlich senken könnten. Die Fünf- bis Siebensitzer könnten die Nachfrage erheblich steigern, erwarten die Forscher.

Den Anbietern spielen die Untersuchungen in die Hände. Manches Unternehmen bringt sich schon in Stellung. Die Lufthansa baut noch in diesem Jahr eine eigene Flotte von Businessjets der Hersteller Bombardier und Cessna auf.

So hat der irische Multimilliardär Domhnal Slattery im vergangenen Jahr bei Embraer 100 Superleichtflugzeuge geordert. Mit ihnen will er ab 2009 ein europaweites Geschäftsfliegernetzwerk aufbauen. Mancher Branchenexperte sagt der Geschäftsfliegerei schon einen Boom voraus, der dem der Billigflieger ähnelt. Wie hoch der Ölpreis steigen muss, damit die Träume ein jähes Ende finden, wagt indes keiner von ihnen vorherzusagen.

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