Donnerstag, 9. Februar 2012, 07:47 Uhr

manager magazin



03.06.2008
 

Spitzel

Vorwürfe gegen Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn hat mit demselben Unternehmen zusammengearbeitet, das für die Deutsche Telekom Aufsichtsräte und Journalisten ausspähte. Nach Angaben der Bahn ging dabei alles mit rechten Dingen zu - andere Quellen sehen das anders.

Berlin - Die Deutsche Bahn vergab Aufträge an dieselbe Firma Network Deutschland, die für die Deutsche Telekom Chart zeigen Aufsichtsräte und Journalisten ausspähte. Ein Bahn-Sprecher bestätigte dem "Handelsblatt", dass es eine Geschäftsbeziehung zwischen der Bahn und Network Deutschland gab. Deren Geschäftsführer Ralph Kühn hatte vergangene Woche zugegeben, im Telekom-Auftrag illegal beschaffte Telefondaten ausgewertet zu haben.

Bei rot stehenbleiben: Hat die Deutsche Bahn Grenzen überschritten?
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AP

Bei rot stehenbleiben: Hat die Deutsche Bahn Grenzen überschritten?

Der Bahn-Sprecher betonte auf Anfrage der Zeitung aber, es gebe bei der Bahn "keine unzulässige Überwachung von Mitarbeitern oder externen Personen". Dass die Bahn jedoch externe Dienstleister mit Recherchen betraute, räumte er ein: "Im Rahmen unserer Korruptionsbekämpfung, die wir seit Jahren streng durchführen, haben wir in Einzelfällen im Rahmen des rechtlich Zulässigen auch externen Sachverstand in Anspruch genommen."

Die Frage, warum die Bahn für solche Nachforschungen ausgerechnet Network Deutschland engagiert hat, wollte der Sprecher dem Bericht zufolge nicht beantworten. Auch zur Dauer der Geschäftsbeziehung, zum Auftragsvolumen sowie zur Formulierung der Aufträge habe die Bahn keine Angaben.

Nach Angaben eines Subunternehmers von Kühn gleichen sich die Arbeiten, die für Telekom und Bahn ausgeführt wurden, bis ins Detail, schreibt die Zeitung weiter. "Es ging um die Ausforschung von Telefonverbindungen, Bankdaten und die komplette Durchleuchtung von Zielpersonen", sagte der Computerexperte. Sogar Steuererklärungen seien beschafft worden. Ziele seien Mitarbeiter der Bahn und Personen im Umfeld des Konzerns gewesen.

Zwei weitere Informanten bestätigten dem "Handelsblatt", dass die Bahn gezielt an den Network-Chef Kühn herangetreten sei. "In der Branche ist bekannt, wann man Kühn holen muss", sagte ein Sicherheitsexperte. Kühn "besorgt Daten, die man eigentlich gar nicht legal besorgen kann".

manager-magazin.de mit Material von ddp

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