Von Lars Mende, PMG
Leipzig - Volkswagen produziert Autos. Und neuerdings sogar gute Nachrichten. Monatelang rangierte Europas größter Autohersteller auf den hintersten Plätzen des Corporate Trust Index (CTI). Doch vor wenigen Wochen hat das Unternehmen Spitzenpositionen im Ranking erklommen und - das ist das Überraschende - sich dort bis heute gehalten. Vieles deutet aber darauf hin, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein wird.
CTI extrem: Im aktuellen Vertrauensranking belegen BMW und VW die Spitzenplätze, während Telekom und Siemens die Schlusslichter bilden. Die Konzernvorstände (v. l.): Norbert Reithofer, Martin Winterkorn, René Obermann, Peter Löscher
Zu diesem Ergebnis kommen die Medienanalysten der PMG Presse-Monitor, die gemeinsam mit der Universität Leipzig die Berichterstattung zu Vertrauensfaktoren von 30 Dax-Unternehmen in 13 Meinungsführermedien analysieren. Volkswagen ist es demnach gelungen, innerhalb von zwei Monaten von Platz 28 auf Platz zwei des aktuellen CTI vorzurücken und damit an der Mehrzahl der Konkurrenten vorbeizuziehen.
Noch Ende Februar hatte der Lustreisenskandal und der damit verbundene Schuldspruch die Berichterstattung über Volkswagen dominiert. Der chronisch gewordene Reputationsnotstand bescherte dem Konzern im Vergleichszeitraum vom 20. Februar bis 21. März 90 Negativartikel in Bezug auf sein ethisches Verhalten. Mit der Verurteilung des früheren Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert und des VW-Personalmanagers Klaus-Joachim Gebauer am 22. Februar hatte der Konzern seinen Tiefpunkt in Sachen Vertrauen erreicht.
© manager magazin Online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH