OECD fordert Festhalten an Reformen
Selten deutlich fordert die OECD deshalb schnelle Reformen, insgesamt 15 Punkte hat sie dafür in ihren "Politikempfehlungen" aufgelistet. So soll die Bundesrepublik künftig davon Abstand nehmen, Kinder bereits im Alter von zehn Jahren auf verschiedene Schulformen aufzuteilen und auch seine Haupt- und Realschulen zu einer Schulform zusammenlegen. Außerdem fordert die OECD Pilotprogramme "zur Kompensierung von Mängeln im häuslichen Umfeld", eine bessere Ausbildung für die Erzieher von Kindern unter drei Jahren, mehr und bessere Kinderbetreuung und eine leistungsorientiertere Bezahlung von Lehrern.
Die bessere Kinderbetreuung könnte auch dem zweiten großen Themenkomplex zugute kommen, den die OECD der Bundesregierung ans Herz legt: "Das Hauptaugenmerk muss auf der Erhöhung der geringen Zahl von Arbeitsstunden je Beschäftigtem liegen, insbesondere bei den Frauen", heißt es in dem Bericht. Generell fordert die OECD ein Festhalten an den Reformen - und gibt auch dazu klare Empfehlungen: Wichtige Herausforderungen für die Bundesregierung auf dem Arbeitsmarkt seien die "Lockerung der strengen Beschäftigungsschutzbestimmungen für reguläre Arbeitsverhältnisse und die Vermeidung zu hoher Mindestlöhne", heißt es weiter.
Bahnprivatisierung: Netz "vorläufig" in Staatshand
Gleichzeitig forderte die OECD mehr Wettbewerb im Energie- und Bahnbereich. Im Falle der Bahn sprach sich die Organisation für eine Trennung von Betrieb und Netz aus. Das Netz solle dabei "vorläufig" in Staatshand bleiben, der Betrieb dagegen vollständig privatisiert werden.
Generell stellte die OECD fest, dass die deutschen Staats- und Unternehmensfinanzen nach der wirtschaftlichen Erholung der vergangenen Jahre robust sind. Damit sei ein solides Fundament für eine Fortsetzung des Aufschwungs gegeben, "sofern die von den globalen Finanzmarktturbulenzen ausgehenden Bremseffekte nicht zu stark werden", wie es warnend in dem Bericht heißt.
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