Keine Schließung "in einem normalen Umfeld"
Einen Zusammenhang mit der internationalen Bankenkrise gibt es nach Angaben von BaFin-Sprecherin Sabine Reimers nicht. Nachdem die Bank ihr Geschäftsmodell umgestellt habe, sei sie nicht mehr in der Lage gewesen, dauerhaft Erträge zu erwirtschaften, um die laufenden Kosten zu decken, schreibt die BaFin.
Eine Fortführungsprognose für das Institut habe nicht mehr aufrechterhalten werden können. In Folge habe die Weserbank AG ihre Vermögenswerte nicht mehr mit Fortführungs-, sondern mit Liquidationswerten bilanzieren müssen, die niedriger seien. Hierdurch habe sich eine Überschuldung ergeben. Das sogenannte Moratorium über die Bank sei angeordnet worden, um die verbliebenen Vermögenswerte zu sichern.
Der Chef der Weserbank, Gerold Lehmann, führt die Insolvenz dagegen auf die Folgen der weltweiten Kreditmarktkrise zurück. "In einem normalen Marktumfeld hätte die Bank niemals geschlossen werden müssen", sagte Lehmann, der zusammen mit anderen Investoren mehr als 90 Prozent an der Bank hält, der Nachrichtenagentur Reuters.
So hätten Anleihen im Anlagebestand dramatisch an Wert verloren, was auf Basis von Marktpreisen zu Wertkorrekturen führte. Zudem habe die Krise die Zahl der Börsengänge deutlich reduziert. "Das hat uns ebenfalls schwer getroffen", sagte Lehmann. Gespräche mit zahlreichen potenziellen Käufern seien im aktuellen Marktumfeld alle gescheitert.
manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa und dow jones
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