"Noch immer keinen Überblick"
Zugleich warnte er vor einem übereilten Eingreifen des Staates: "Allgemein ist der Staat nur dann gefordert, wenn es darum geht, eine Krise des Gesamtsystems abzuwenden. Unser deutsches Finanzsystem ist im Kern jedoch robust."
EU-Kommissar Almunia sagte der "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch): "Wir haben noch immer keinen Überblick über das gesamte Ausmaß der Verluste und es fehlt immer noch an Vertrauen in die Banken." Der EU-Kommissar wies Klagen über den starken Euro zurück. Er helfe vielmehr, die gestiegenen Preise von Importgütern wie zum Beispiel Öl zu dämpfen. Einzelne exportorientierte Unternehmen hätten durch den hohen Kurs der Gemeinschaftswährung große Probleme. "Aber die Mehrzahl der Branchen hat diese Schwierigkeiten nicht", sagte Almunia der Zeitung.
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin rechnet nach Medienberichten im Geschäft mit zweitrangigen US-Hypotheken (Subprime) mit Verlusten in der Kreditwirtschaft von weltweit bis zu 600 Milliarden Dollar. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Banken neue Milliardenlöcher im Zuge der Finanzmarktkrise mitgeteilt. Die
Deutsche Bank
muss im ersten Quartal 2008 weitere 2,5 Milliarden Euro abschreiben - mehr als im gesamten vergangenen Jahr mit 2,3 Milliarden. Die Schweizer Großbank
UBS
erwartet für das erste Quartal Abschreibungen von 19 Milliarden Dollar (12 Milliarden Euro) und ist damit eine der am schwersten getroffenen Banken.
Auch die WestLB hat 2007 einen deutlich höheren Milliardenverlust verbucht als erwartet. Der Fehlbetrag des Düsseldorfer Bankkonzerns belief sich auf 1,6 Milliarden Euro, teilte die WestLB am Mittwoch in Düsseldorf mit. Im Januar hatte der Vorstand noch einen Verlust von etwa einer Milliarde Euro angekündigt. Zusätzlich waren Abschreibungen von ebenfalls etwa einer Milliarde Euro geplant. Spekulationsverluste und die US- Finanzmarktkrise haben die drittgrößte deutsche Landesbank 2007 insgesamt wie angekündigt mit rund zwei Milliarden Euro belastet.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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