Mittwoch, 8. Februar 2012, 17:19 Uhr

manager magazin



18.03.2008
 

Finanzkrise

Ackermann fordert mehr Regulierung

Führende Banker glauben in der aktuellen Finanzkrise nicht mehr an die Selbstheilungskräfte der Märkte - und bitten Politiker und Aufsichtsbehörden um Hilfe.

Frankfurt am Main - Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Chart zeigen, Josef Ackermann, fordert eine globale Regulierungsbehörde. "Global operierende Banken brauchen global operierende Aufsichtsbehörden", sagte Ackermann am Montagabend während einer Podiumsdiskussion in Frankfurt. Seiner Ansicht nach findet an den Finanzmärkten derzeit eine "radikale Korrektur" nach einer Spekulationsblase statt. Die Schlüsselrolle spielt seiner Ansicht nach der US-Immobilienmarkt. Ein "Rat der Weisen" sollte künftig frühzeitig vor neuen Spekulationsblasen an den Finanzmärkten warnen.

"Ich glaube nicht an die Selbstheilungskräfte des Marktes": Deutsche Bank-Chef Ackermann
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DPA

"Ich glaube nicht an die Selbstheilungskräfte des Marktes": Deutsche Bank-Chef Ackermann

Laut Ackermann wird die globale Finanzkrise durch eine zu geringe Investitionsbereitschaft verstärkt. "Es gibt keinen Liquiditätsengpass, sondern einen Investorenstreik." Auch wirke sich die Bewertung von Wertpapieren zu Marktpreisen negativ aus, sagte Ackermann mit Blick auf die Pflicht von Finanzdienstleistern, ihren Wertpapierbestand zu einem Stichtag in der Bilanz bewerten zu müssen. Angesichts der ausgetrockneten Märkte bei verschiedenen Finanzprodukten müssen viele Banken deshalb hohe Verluste abschreiben.

Nach Ansicht von Ackermann kann die Finanzmarktkrise nur mit Hilfe der Notenbanken eingedämmt werden. Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank hätten zwar bereits mehr Liquidität bereitgestellt. Aber es seien weitere Schritte nötig, um die Liquidität zu verstetigen. "Ich glaube nicht an die Selbstheilungskräfte des Marktes", sagte Ackermann.

Nach Auffassung des Deutsche-Bank-Chefvolkswirts Norbert Walter wird die Finanzkrise bis weit ins Jahr 2009 anhalten. "Vor Ende 2009 werden die Turbulenzen nicht zu Ende sein", sagte Walter den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Dienstag). "Wir brauchen die Neuordnung und eine Neubesinnung auch bei den Regulatoren der Finanzmärkte", fügte Walter hinzu. Die Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise sei "verfrüht" gewesen. "Die Ereignisse in den USA und ihre Auswirkungen auf das Vertrauen der Anleger sind zu gewichtig", erklärte Walter.

Der Chefvolkswirt des Allianz Chart zeigen/Dresdner-Bankkonzerns, Michael Heise, rechnet damit, dass die anhaltende Krise zu einer tiefgreifenden Neustrukturierung im Finanzsystem führen wird. "Wir müssen damit rechnen, dass eine nachhaltige Bereinigung und Konsolidierung im Finanzsystem stattfindet", sagte Heise der "Berliner Zeitung" (Dienstag) mit Verweis auf den Notverkauf der US- Investmentbank Bear Stearns Chart zeigen. "Die Kredithebel, die im Finanzsystem in den letzten Jahren entstanden sind, werden gewaltig zurückgefahren. Das ist eine notwendige Korrektur." Dieser Prozess werde länger dauern.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

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