08.02.2008
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Konjunktur

Konsum? Welcher Konsum?

Von Matthias Kaufmann

Der Euro ist teuer, das Öl auch, die Weltkonjunktur schwächelt. Darunter leidet die deutsche Volkswirtschaft mehr als andere, weil ihr Wohl stark vom Export abhängt. Nun richtet sich alle Hoffnung auf die Konsumenten. Sie sollen endlich wieder einkaufen gehen, schließlich sinken doch die Arbeitslosenzahlen. Ein Trugschluss.

Hamburg - "Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." Über manch schiefe Prognose kann man mit Mark Twains Bonmot hinweggehen. Der Optimismus jedoch, mit dem die ökonomischen Auguren Ende vergangenen Jahres auf 2008 blickten, ist schwer nachzuvollziehen. Spätestens jetzt sind Korrekturen fällig.

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DDP

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Gut, das Wachstum würde sich abschwächen, das war leicht vorherzusehen. In diesem Sinne äußerten sich die Wissenschaftler vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und die Münchener Ifo-Forscher unisono. Schuld seien die Weltkonjunktur, der international teure Euro und die Hausse beim Öl. Das rasante Wachstum der deutschen Exporte, so die plausible Vorhersage, werde sich nicht halten lassen.

Aber: Der private Konsum in Deutschland könne ja künftig als "Konjunkturstütze" herhalten, trösteten die Ökonomen. Die Arbeitslosigkeit sinkt doch schließlich, die Löhne steigen, da sollte es mit dem Teufel zugehen, wenn der Kundschaft nicht der Euro lockerer säße als bisher. Das IfW kalkulierte Lohnzuwächse von 4 Prozent für 2008. Für ein Konjunkturwachstum zwischen 1,6 und 1,9 Prozent sollte das, im Konzert mit anderen Faktoren, reichen. Das schrieben die beiden Institute Mitte Dezember. Mager im Vergleich zu 2007 mit 2,5 Prozent, aber immerhin.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ging sogar einen Schritt weiter. Der "Mehrwertsteuerschock" von 2007 sei nun, ein Jahr später, verkraftet. Die Löhne sollten nach Abzug der Inflation immer noch um 0,7 Prozent steigen. Der private Konsum könne zur "Triebfeder" des deutschen Wachstums werden, so treibend, dass es sich nur mäßig verlangsamt, auf 2,1 Prozent.

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