Von Henrik Müller
Hält das Dollar-Kartell jetzt noch? Wird der Rest der Welt wie in früheren Jahrzehnten alle Kapriolen der USA mitmachen und dem Dollar die Treue halten - trotz alledem?
Ich glaube, nein. Denn der Dollar hat sein Monopol verloren, seit es den Euro gibt. Anders als früher gibt es eine Alternative, auf die andere Volkswirtschaften umschwenken können. Der Euro wird deshalb Marktanteile gewinnen, um es vorsichtig auszudrücken.
Bisher galt das Dollar-Kartell als stabil. Die Argumentation ging so: Die Währungsreserven der Schwellenländer sind so gigantisch, dass eine Abkehr von der angestammten Leitwährung mit der Abwertung der Dollar-Bestände und also kaum fassbar großen Abschreibung verbunden sei. Ein Verlust, den man lieber vermeidet.
Nun aber verändert sich das globale Geldspiel: Die Inflation tritt als wirkmächtiger zusätzlicher Faktor hinzu. Und die Geldentwertung schürt höchst reale Konflikte - gesellschaftliche, politische, ökonomische -, die die Macht der Herrschenden untergraben.
Hier ist eine Vorhersage: Der Tag wird kommen, da werden sich Schlüsselspieler wie China und Saudi-Arabien von der US-Währung abwenden. Die Folge wird ein Dollar-Crash sein. Ein Run auf den Euro wird einsetzen. Und es ist höchst fraglich, ob wir Euro-Europäer darauf vorbereitet sind (dazu mehr im aktuellen Heft manager-magazin-Heft 02/2008).
Und? Können wir Europäer etwas dagegen tun, dass der Euro verstärkt von anderen Nationen als Anlage-, Handels-, Anker-, Reservewährung verwendet wird? Die Antwort ist kurz und klar: Nein.
Wie sagte der Notenbanker: Wir sind mit Mächten konfrontiert, die wir nicht unter Kontrolle haben.
Früher haben Menschen in solchen Zeiten gebetet.
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