Hamburg - Wie Metro
am Donnerstag mitteilte, gehen die 245 Extra-Verbrauchermärkte mit rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Wirkung zum 1. Juli 2008 an Rewe. "Mit dem Verkauf von Extra konzentrieren wir uns im Lebensmitteleinzelhandel klar auf das Real SB-Warenhaus und können unsere Kräfte für die erfolgreiche Repositionierung in Deutschland noch wirkungsvoller bündeln", begründete Cordes die Entscheidung.
Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Laut Branchenkreisen beläuft er sich auf knapp 500 Millionen Euro. Durch den Verkauf sinke die Nettoverschuldung der Metro um 350 Millionen Euro, die für Ratingagenturen relevanten Schulden gingen sogar um 670 Millionen Euro zurück.
An der Börse kam der Verkauf gut an. Im Parketthandel zog die Metro-Aktie um drei Prozent auf 53,72 Euro an. Metro zufolge werden alle 9700 Mitarbeiter der vor allem in Norddeutschland und im Raum Berlin liegenden Extra-Märkte von Rewe übernommen.
Im Geschäftsjahr 2007 hatte Extra auf mehr als 400.000 Quadratmetern Verkaufsfläche einen Umsatz von etwa 1,6 Milliarden Euro erzielt. Die regionalen Schwerpunkte der Standorte liegen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen sowie Berlin und Bremen. Zu den 245 eigenen Verbrauchermärkten kommen noch 61 Einkaufsmärkte, die von selbstständigen Unternehmern im Franchise-System betrieben werden.
Die Franchise-Zentrale geht an Rewe über. Noch in der zweiten Jahreshälfte 2008 sollen die Extra-Märkte auf die einheitliche Marke Rewe umgestellt werden. Im Jahr 2004 hatte die Rewe Group bereits 119 Extra-Verbrauchermärkte in anderen Regionen erworben und in ihre Vertriebslinien eingebunden.
90 Prozent des Extra-Sortiments machen Lebensmittel aus. Wie viele andere Ketten in Deutschland leidet auch Extra unter dem Preiskampf im Lebensmittelhandel. Rewe verspricht sich von dem Zukauf eine Verdichtung des Filialnetzes in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zudem seien positive Synergien vor allem in den Bereichen Logistik, Beschaffung und Vertriebskonzepte zu erwarten. "Sicher ist Extra aktuell auch eine wirtschaftliche Herausforderung", sagte Rewe-Group-Vorstand Alain Caparros. Der Rewe-Handelskonzern setzt mit mehr als 12.000 Märkten in ganz Europa rund 45 Milliarden Euro um.
In der Branche war seit längerem über einen Verkauf der Extra-Märkte spekuliert worden. Gleich zu seinem Amtsantritt hatte Metro-Chef Cordes angekündigt, "strategische Optionen" für Extra zu prüfen. Metro verdient Geld vor allem mit seinen Großhandelsmärkten und den Elektronikfachmärkten Media Markt und Saturn, die im Ausland stark expandieren. Schleppend verläuft dagegen das Deutschland-Geschäft der Kaufhof-Warenhäuser und der Supermarktkette Real.
manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa
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