Gewerkschaft fordert Nokia-Boykott
Der Bevollmächtigte von Deutschlands zweitgrößter IG Metall-Verwaltungsstelle, Frank Patta, hat sich für einen Verzicht von Nokia-Handys bei VW und IG Metall ausgesprochen. Er werde VW-Konzernchef Martin Winterkorn und den IG Metall-Vorstand in Frankfurt auffordern, die entsprechenden Verträge zu prüfen und wo es gehe, zu kündigen, teilte er am Donnerstag in Wolfsburg mit.
Wer dem Standort Deutschland den Rücken endgültig kehre und "so menschenverachtend mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Bochum" umgehe, sei kein langfristiger Partner für den Konzern Volkswagen
, der seine soziale Verantwortung für Menschen und Region ernst nehme.
Das Nokia-Management hatte die Schließung des Bochumer Werks mit zu hohen Personalausgaben begründet, diese aber zugleich auf nur fünf Prozent der Herstellungskosten eines Gerätes beziffert. "Da gibt es also noch ganz andere Überlegungen. Nokia wird nicht einfach so eine ganze Fabrik verlagern."
Nokia hatte am Dienstag mitgeteilt, seine Handyproduktion in Deutschland einzustellen. Das Werk in Bochum solle bis Mitte 2008 geschlossen werden. Betroffen wären von der Schließung rund 2300 Beschäftigte sowie laut Medienberichten weitere bis zu 2000 Jobs im Umfeld des Werkes, etwa bei Zulieferern. Die Schließung in Bochum sei notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit die Konzerns langfristig zu sichern, so Nokia. Die Handy-Herstellung aus Bochum und damit auch die wegfallenden Jobs sollen nach Rumänien, Ungarn und Finnland verlagert werden.
manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters
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