Berlin - Die Bundesbürger lassen sich wieder häufiger krankschreiben. In den ersten zehn Monaten des Jahres stieg der Krankenstand leicht auf gut 3,7 Prozent, wie der BKK Bundesverband errechnet hat. Im Vorjahreszeitraum hatten die BKK-Statistiker noch einen Krankenstand von knapp 3,5 Prozent ermittelt. Damit deutet sich in diesem Jahr eine Trendwende an, nachdem 2006 mit 12,4 Krankheitstagen pro Arbeitnehmer ein Rekordtief verzeichnet worden war.
Besonders auffallend: Die Statistiker verzeichneten erneut einen steigenden Krankenstand bei Berufsgruppen mit hoher Qualifikation. Ob Physiker, Chemiker, Juristen, Ingenieure oder Unternehmensberater - all diese hochqualifizierten Gruppen blieben im Vorjahr einen halben bis zu 1,7 Krankentage pro Versichertem aus Krankheitsgründen der Arbeit fern. Dagegen sinken die Krankheitsausfälle bei den stark belasteten gewerblichen Tätigkeiten teilweise.
"Die Menschen gehen später in Rente, und für viele wird die tägliche Arbeit immer stressiger. Dies können zwei Gründe dafür sein, dass erstmals seit über zehn Jahren der Krankenstand in Deutschland wieder ansteigt", mutmaßte BKK-Chef Wolfgang Schmeinck gegenüber der "Bild"-Zeitung.
Allerdings sinken die Krankenstände in Deutschland traditionell in Zeiten, in denen die Menschen hierzulande besonders große Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Dafür steigen sie jetzt womöglich auch, wenn die Arbeitsmarktlage für sie günstiger wird. Denn trotz des frühen Wintereinbruchs ist beispielsweise die Arbeitslosigkeit im November auf den niedrigsten Stand seit mehr als 14 Jahren gesunken.
Der BKK Bundesverband erfasst und analysiert die gesundheitlichen Befunde rund jedes vierten Beschäftigten in Deutschland. 2006 waren dies 6,6 Millionen Sozialversicherungspflichtige.
manager-magazin.de mit Material von dpa
© manager magazin Online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH