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24.12.2007
 

Weihnachtspost

"Please send Ostpakete"

Von Karsten Stumm

Jahrzehntelang schickten Bundesbürger ihren Verwandten im Osten Weihnachtspakete. Mittlerweile geht es anders herum: Hunderttausende Sachsen-Anhaltiner etwa sandten in den vergangenen Tagen Päcken in den Westen. Das sorgte selbst bei der Uno für Aufsehen.

Düsseldorf - Das Fax kam von der Uno. Direkt aus dem Hauptquartier der Vereinten Nationen, New York, First Avenue, nach Magdeburg. Bis hinein in die Steinigstraße, in die Büroräume der Agrarmarketingfirma AMG Sachsen-Anhalt. Das Papier muss dort im Faxgerät gelegen haben wie ein Fremdkörper zwischen all den Faxen, die man als Reklamefirma für sachsen-anhaltinische Lebensmittel so am Tag bekommt, und deshalb hat Hasso Mansfeld die Nachricht aufbewahrt. "Please send Ostpakete - seven Kartons" stand auf dem Blatt. Die Bestellung war der Höhepunkt einer beispiellosen Weihnachtsreklame.

Ostpakete für den Westen: Weihnachtsgeste und Reklame für Lebensmittel aus Sachsen-Anhalt
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Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt

Ostpakete für den Westen: Weihnachtsgeste und Reklame für Lebensmittel aus Sachsen-Anhalt

Mansfeld organisierte für die AMG vor elf Jahren eine Art Danke-Schön-Versand der Sachsen-Anhaltiner für jene Weihnachtspakete, die Bundesbürger einst ihren Verwandten und Freunden im Osten geschickt hatten, vollgepackt mit Kaffee (zum Fest nur "Jacob's Krönung"), mit Waschmittel, natürlich das gute von Persil und Nylon-Damenstrümpfen von Triumph. Seit Weihnachten 1996 sollte es anders herum gehen: "Ab jetzt wird zurückgeschickt", war der Reklamespruch der Paketversender, der heute noch gilt. Denn selbst in 2007, elf Jahr nach dem Start der Aktion, machen Hundertausende mit.

"In Magdeburgs Edeka-Läden beispielsweise gab es schon im ersten Jahr des Weihnachtsversands vorgepackte Pakete mit "Original Spreewaldgurken" und "Halberstädter Würstchen" aus Sachsen-Anhalt für ein paar Mark zu kaufen. Die konnten die Magdeburger dann ihren Freunden und Verwandten im Westen schicken", erinnert sich Mansfeld. Tatsächlich machte fast ganz Sachsen-Anhalt mit, darunter viele Prominente und Politiker. So bekam beispielsweise der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm sein Päckchen in der damaligen Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Bonn überreicht, wo der Minister sein Paket auch öffnete - selbstverständlich vor laufenden Kameras. Die Fernsehshows wurden schließlich zu dem Übertragungsweg, auf dem die Meldung aus Germany bis zu den Nachrichtenbildschirmen der Uno kam.

An dem rasanten Erfolg waren eine Reihe Frauen und Männer beteiligt, die später einmal zu den Prominenten der Republik gezählt werden würden. Marietta Slomka zum Beispiel. Mittlerweile Moderatorin des ZDF "Heute-Journals", damals noch Volontärin bei der Deutschen Welle. Kräftig rauchend und mit übereinander geschlagenen Beinen auf ihrem Schreibtisch sitzend, interviewte sie Mansfeld damals. Der Beitrag lief schließlich in den "Heute"-Nachrichten des ZDF. Nie zuvor waren Spreewaldgurken aus dem Osten ein so wichtiges Gesprächsthema.

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