mm.de: Herr Volz, Unternehmen sprechen nicht so gern über das Thema Rückruf. Mattel blieb aber gar nichts anderes übrig, als an die Öffentlichkeit zu treten: In Barbie-Puppen und in Fisher-Price-Figuren wurde Blei entdeckt. Wie sehen Sie das Krisenmanagement des Spielzeugherstellers?
Volz: Schlecht für das Unternehmen war, dass Mattel in kurzer Zeitabfolge mehrere Rückrufaufforderungen veröffentlichen musste. Das ist schädlich für den Ruf und verkompliziert zudem die ganze Logistik der Rücknahme - auch wenn die einzelnen Mitteilungen wohl juristisch notwendig waren. Sie sorgten aber dafür, dass der Konzern wochenlang in den Nachrichten erschien, und das international.
Fabian Volz ist Partner bei der Münchener Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds und Spezialist für Versicherungs- und Produkthaftungsrecht. Seit mehr als zehn Jahren berät er vor allem Firmen der Automobil-, Zulieferer- und Elektroindustrie.
Volz: Ich gehe davon aus, dass Mattel solche Überlegungen sicherlich angestellt hat. Warum es trotzdem zu einer scheibchenweisen Aktion kam - darüber lässt sich nur spekulieren. Bei Rückrufen legt man prinzipiell Wert darauf, den Kunden einmal eine dann aber auch umfassende Lösung anzubieten für ein Problem, das sie nicht selbst verschuldet haben. Das kann ein Umtausch oder ein besonderes Rückgaberecht sein, wie im Fall von Mattel. Häufig wird das Problem auch durch eine Reparatur behoben. Man möchte aber normalerweise nichts nachschieben müssen, schon gar nicht mehrfach.
© manager magazin online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH