Dass sich die Preiskurven kreuzen, ist dennoch ungewöhnlich. "Eine einfache Erklärung dafür gibt es nicht", sagt Maurer. Schließlich sei alles unverändert, was sonst den Preis bestimmt: In der Herstellung unterscheiden sich die Spritsorten kaum, in Logistik und Marketing erst recht nicht.
Zu beobachten sei aber, dass Super derzeit besonders billig sei. Wohlgemerkt, nicht absolut, sondern im Vergleich zu den anderen Kraftstoffen. So erklärt auch der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) das Phänomen. Der Konkurrenzdruck beim Benzin habe dessen Preis unter den von Diesel gedrückt.
Das ist freilich ein langer, aber genau bezifferbarer Weg: 20 Cent beträgt der Steuerunterschied zwischen Benzin und Diesel; andere Faktoren sind praktisch vernachlässigbar. Ein Beleg für den Konkurrenzdruck findet sich schnell. Zum Monatswechsel hat sich zwischen Super und Normal der Marke Aral erstmals Parität eingestellt, bei Konkurrent Shell beläuft sich die Differenz noch auf hauchzarte 0,5 Cent.
So sind sich in den vergangenen Monaten Super und Diesel immer nähergekommen. Dazu die üblichen Heizölkäufe, möglicherweise dadurch beschleunigt, dass viele Haushalte Nachholbedarf haben. Denn nach dem milden Winter im vergangenen Jahr hat mancher Hausmeister zunächst die Wetterentwicklung abgewartet, in der Hoffnung, sein Heizöl billiger zu bekommen.
Die Saisoneffekte sind gewichtig. Deshalb ist sich ADAC-Experte Maurer sicher: "Bald wird Diesel wieder flächendeckend billiger sein als Benzin." Tatsächlich handele es sich auch derzeit nur um Einzelfälle, wenn auch um zahlreiche.
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