"10.000 Dollar je Unze in zehn Jahren möglich"
Steht einem weiteren Anstieg des Preises also nichts mehr im Wege? Bergold erwartet bei zunehmender Volatilität einen weiteren Anstieg mindestens bis zum Herbst kommenden Jahres. Ab dann dürften seiner Meinung nach zunächst einmal Korrekturen einsetzen.
"Wenn es nicht gelingt die Geldentwertung zu stoppen, halte ich einen Goldpreis von 1500 Dollar im Jahr 2008 für realistisch", so allerdings seine Prognose. "In den kommenden zehn Jahren sind in einem solchen Szenario auch Preise zwischen 5000 und 10.000 Dollar je Feinunze möglich."
PEH-Mann Stürner erwartet auch ohne einen inflationsbedingten Hype einen Preisanstieg von bis zu 50 Prozent in den kommenden zwei bis drei Jahren. "Kommt es zur Inflation – was ich für mehr als wahrscheinlich halte – dann wird der Anstieg noch deutlicher ausfallen", ist sich Stürner sicher.
Goldhändler Wrzesniok-Rossberg ist zurückhaltender. "Wir werden auf längere Sicht Preise jenseits der 650 Dollar pro Unze sehen", sagt er. „In nächster Zukunft rechne ich aber erst einmal mit Rückschritten beispielsweise aufgrund von Gewinnmitnahmen.“ Laut Wrzesniok-Rossberg wird der historische Rekord von 850 Dollar nicht mehr in diesem Jahr fallen.
Wohin die Reise tatsächlich geht, hängt stark vom Verhalten der Notenbanken ab. Denn wenn überhaupt, dann können nur sie die Geldentwertung stoppen.
Die Zinsentscheidung am vergangenen Mittwoch machte jedoch bereits deutlich, in welcher Zwickmühle sich Fed-Chef Ben Bernanke und Co. derzeit befinden. Der Verzicht auf den Zinsschritt oder gar eine Zinssteigerung, die zur Stabilisierung der Preise beitragen würde, verbot sich, weil dadurch angesichts der Finanzkrise unweigerlich der konjunkturelle Aufschwung gefährdet worden wäre. Die Notenbanker sahen sich vielmehr zur Zinssenkung gezwungen, um - zumindest vorübergehend - die Märkte zu beleben.
Folge: Rund um den Globus steigt erneut die Inflationsgefahr - und die Nachfrage nach Gold nimmt weiter zu.
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