Hamburg – Historischer Augenblick an der New Yorker Rohstoffbörse. Erstmals seit 27 Jahren wurden an der Nymex vergangenen Mittwoch wieder mehr als 800 Dollar für eine Unze Gold gezahlt. Die seit sechs Jahren andauernde Hausse, während der sich der Preis bereits fast verdreifacht hat, geht damit in eine neue Runde.
Glaubt man Fachleuten, so ist ein Ende des Aufschwungs kaum abzusehen. Auch der bisherige Rekordpreis von 850 Dollar je Unze aus dem Jahr 1980 wird - so der Tenor - demnächst getoppt. Spannend ist nur noch die Frage, wann dies geschieht - und für Anleger vor allem, was danach kommt.
Auslöser des neuerlichen Goldpreisanstiegs war nicht durch Zufall die Leitzinssenkung durch die US-Notenbank. Denn mit ihrer Entscheidung schwächte die Fed erneut den Dollar. Vor allem aber sorgte sie für eine weitere Geldmengenausweitung und bestärkte damit ohnehin kursierende Inflationsängste.
Der Hintergrund: Mit ihrer Niedrigzinspolitik haben viele Zentralbanken - die Fed vorneweg - in den vergangenen Jahren weltweit für eine wahre Liquiditätsschwemme gesorgt. In der Folge stiegen die Preise und Kurse auf den Immobilien-, Aktien- und Private-Equity-Märkten rund um den Globus in ungeahnte Höhen.
Das Übergreifen dieser "Inflation der Vermögensgüter", wie Thomas Polleit, Chefvolkswirt bei Barclays Capital, das neue Phänomen nennt, auf das allgemeine Preisniveau hat bereits eingesetzt.
Verstärkt wird die Entwicklung durch den wirtschaftlichen Aufschwung in Schwellenländern. Bislang konnten westliche Unternehmen Kosten drücken, indem sie ihre Produktion in die sprichwörtlichen "Billiglohnländer" verlagerten. Dieser Effekt geht inzwischen mehr und mehr verloren. Denn rund um den Globus steigt das Lohnniveau. Zu allem Überfluss zieht die daraus folgende zusätzliche Nachfrage nach Konsumgütern das Preisniveau zusätzlich in die Höhe.
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