Berlin - Die Investmentbank Morgan Stanley
rät der Deutschen Bahn nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" zu einem radikalen Sparkurs. Der Staatskonzern solle nach dem Einstieg privater Geldgeber den Zustand der Gleise und Bahnhöfe nur noch auf "ausreichendem" Niveau halten, zitiert die Zeitung aus dem Gutachten der Investmentbanker. Das gelte sogar nicht nur für die Betriebs-, sondern auch die Sicherheitstechnik der Bahn, wie etwa den Signalanlagen.
Zugleich müsse der Konzern die "Eigenmittelabflüsse" für die Instandhaltung "möglichst gering" halten, schlagen demnach die Gutachter vor. Die Bahn hat zuletzt erst mit Milliardenaufwand einen Teil ihrer zuvor stark verfallenen Bahnhöfe renoviert und so auch das Stadtbild in einigen Fällen verbessert.
Der Zeitung zufolge loben die Experten der Investmentbank, dass die Bahn "umfangreiche Analysen" präsentiert habe. Demnach kalkulierten die Bahn-Experten selbst drei Szenarien: Die erste Variante beinhalte die Stilllegung von 2630 Schienenkilometern, die zweite die Kappung von 8000 Kilometern und die letzte Möglichkeit das Aus für 14.000 Streckenkilometer. Das wären mehr als 40 Prozent des heutigen Schienennetzes der Deutschen Bahn von 34.000 Kilometern Länge.
Ein Bahn-Sprecher wollte auf die Informationen der Frankfurter Rundschau nur in Teilen eingehen: "Es gibt weder Szenarien noch Planungen zur Streckenstilllegung, es gab keine, und es wird keine geben", sagte die Bahn. Zum Inhalt vertraulicher Gutachten nehme man indes keine Stellung.
manager-magazin.de mit Material von dow jones
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