Von Kai Lange
Frankfurt am Main - Derzeit sorgen sich Manager von BMW
, Daimler
, Volkswagen
oder Porsche
eher um die schleppende Nachfrage in Deutschland sowie um die regelmäßig wiederkehrenden Rabattschlachten. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) haben sie jedoch Anlass, auf Sicht der nächsten Jahre etwas zu entspannen: Die Automobilproduktion in Deutschland werde mittelfristig stärker wachsen als in jedem anderen Land der Europäischen Union, heißt es im "Global Automotive Financial Review 2007".
Am Standort Deutschland würden in- und ausländische Hersteller im Jahr 2014 rund 900.000 Pkw mehr fertigen als 2006, heißt es in dem Szenario von PwC. "Steigende Einkommen in Schwellenländern wie China und Indien führen weltweit zu einer höheren Nachfrage im Premium-Segment. Von diesem Trend kann der Standort Deutschland überdurchschnittlich profitieren" sagt Felix Kuhnert, Leiter der Automobilberatung bei PwC. Schon heute könnten deutsche Premiumhersteller bei manchen Modellen die Nachfrage in China nicht voll befriedigen.
"Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Jahren bei den deutschen Produktionsstätten eine im Durchschnitt wieder deutlich höhere Auslastung sehen werden", ergänzt Kuhnert im Gespräch mit manager-magazin.de. Die heimische Produktion, nicht Werke im Ausland, seien daher primärer Profiteur der weltweiten Nachfragesteigerung.
"Sofern die bestehenden Kapazitäten nicht ausreichen, erwarten wir sowohl eine Modernisierung oder Erweiterung der heimischen Produktionsstätten, als auch den Bau neuer Produktionsstätten", meint Kuhnert. Der Bau neuer Anlagen entfalle jedoch vor allem auf die aufstrebenden BRIC Staaten Brasilien, Russland, Indien oder China.
Weltweit dürfte die globale Automobilindustrie ihre Produktion im Jahr 2014 um knapp 20 Prozent auf rund 77 Millionen Pkw steigern, schätzt PwC. Der Großteil des erwarteten Zuwachses entfalle zwar auf Boomstaaten wie China und Indien, jedoch trügen die Standorte der Industrieländer voraussichtlich gut ein Drittel zum Volumenanstieg bei.
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