Merseburg - Auf deutschen Straßen sollen nach dem Willen von Bund und Ländern auch künftig keine Riesen-Lastwagen fahren. Darauf verständigte sich am Mittwoch eine große Mehrheit der Länder- Verkehrsminister mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Merseburg.
Aufgrund von Gutachten und eines Arbeitsgruppenberichts könne die Empfehlung für eine allgemeine Zulassung solcher Gigaliner "in Deutschland nicht ausgesprochen werden", heißt es in dem Beschluss. Dabei geht es um Fahrzeuge mit einer Länge von rund 25 Metern und rund 60 Tonnen Ladekapazität.
Die Verkehrsministerkonferenz hält den Einsatz dieser Riesen-Lkw wegen des erhöhten Verkehrssicherheitsrisikos und unzureichender Tragfähigkeit von Brücken für nicht vertretbar. Die Risiken der Riesen-Lkw waren zuvor in verschiedenen Gutachten hervorgehoben worden.
Modellversuche, die zur Zeit noch zum Beispiel in Niedersachsen laufen, sollten planmäßig zu Ende geführt werden. Neue Versuche mit langen Fahrzeugen, unabhängig von der Gesamtmasse, sollten nicht zugelassen werden. Der Bund soll die Ergebnisse von Gutachten und Modellversuchen in die EU-Diskussion einbringen.
Auf der niedersächsischen Teststrecke zwischen Wolfsburg und Emden transportieren die extralangen Transporter unter anderem Autoteile für Volkswagen
. In Baden-Württemberg werden Supertrucks testweise im Werksverkehr von DaimlerChrysler
auf der Strecke Stuttgart - Sindelfingen eingesetzt. Nordrhein-Westfalen lässt als drittes Bundesland einige Schwerlastfahrzeuge im Testbetrieb zwischen Bochum und Rotterdam rollen.
Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche hatte vor dem Treffen der Verkehrsminister dafür plädiert, den Testbetrieb auf das gesamte Bundesgebiet auszuweiten.
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