Von Simon Hage
Schnäppchenjäger schaden Banken
Im mittleren Tabellenbereich sind auch die Banken und Sparkassen angesiedelt, die den Durchschnittswert 2,29 erreichen. Eine hauchdünne Kundenmehrheit von 51 Prozent beteuert, ihrer Hausbank die Treue halten zu wollen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 6 Prozent. Das dürfte mit dem aggressiven Kundenfang vieler Banken zusammenhängen. Neukunden werden mit Null-Euro-Konten, Startguthaben und attraktiven Zinssätzen gelockt. Wer bei der Konkurrenz einen halben Prozentpunkt mehr Zinsen bekommt, kehrt seinem Stamminstitut heutzutage schnell den Rücken.
Für die Banken könnte dieser Trend bedeuten, dass sie sich mit ihren Lockangeboten selbst schaden: Denn sie rufen damit Schnäppchenjäger auf den Plan, die von Bank zu Bank ziehen, um Billigangebote abzugrasen. "Ein gutes Angebot bedeutet noch längst nicht, dass sich Kunden auch dauerhaft für eine Bank entscheiden", sagt Metje.
Lediglich zwei Branchen konnten die Loyalitätsquote ihrer Kunden im Vergleich zum Vorjahr steigern: Mobilfunkanbieter (plus 4 Prozent) und Fondsgesellschaften (plus 8 Prozent). Allerdings haben diese Bereiche auch den größten Nachholbedarf. Nur 41 Prozent der Mobilfunkkunden würden sich erneut für ihren derzeitigen Anbieter entscheiden. Noch schwächer ausgeprägt ist die Kundenbindung bei den Fondsgesellschaften. Quote: 25 Prozent. Zudem zeigen sich die Konsumenten mit diesen beiden Branchen mäßig zufrieden - und vergeben die Noten 2,50 beziehungsweise 2,59.
Immerhin: Die Zufriedenheit mit den Fondsgesellschaften hat sich seit dem Jahr 2003 kontinuierlich gesteigert. Quasi symmetrisch zur Entwicklung der Börsenkurse. Einen Überblick über die Branchenbewertung der Kunden und ihre Entwicklung im Jahresvergleich bietet die Tabelle von manager-magazin.de. Dabei gibt es mehrere Auffälligkeiten.
© manager magazin Online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH