Hück: Habe Osterloh laufend informiert
Lange schwelte der Streit hinter den Kulissen, Anfang dieser Woche dann aber kam der VW-Betriebsrat aus der Deckung und reichte beim Arbeitsgericht Stuttgart Klage ein. "Wenn man der Auffassung ist, man kann uns über den Tisch ziehen, beweisen wir gerade, wie wir darauf reagieren", sagte Osterloh.
Porsche-Betriebsratschef Hück jedoch schlug in einem am Freitag erschienenen Zeitungsinterview zurück. Die Vorwürfe Osterlohs irritierten ihn sehr. Er habe diesen während der Verhandlungen immer wieder informiert, obwohl es bislang um eine reine Porsche-Angelegenheit gehe. Vieles sei im Vorfeld abgestimmt worden. Die Arbeitnehmerrechte würden bei der Mitbestimmung in der Porsche-Holding in keiner Weise beschnitten.
Bei dem ganzen Streit gehe es nicht mehr um Arbeitnehmerinteressen, sondern um Machtverteilung, kritisierte Hück. "Wer sagt, dass eine Belegschaft mit 324.000 Mitarbeitern mehr wert ist als eine mit 12.000, der redet wie ein Kapitalist. In einem demokratischen Sozialstaat aber hat jeder die gleichen Rechte - egal, ob er groß, klein, dick oder dünn ist."
Hücks Haupttreffer saß vermutlich tief bei Osterloh: Er glaube, dass die VW-Belegschaft bisher nicht umfassend aufgeklärt worden sei, sagte der Porsche-Betriebsratschef. "Das ärgert mich. Aber ich kenne das aus meiner Profilaufbahn als Thai-Boxer. Da habe ich manchen Boxer erlebt, der angeschlagen war. So jemand ist dann unkontrolliert. Das ist nicht gut."
manager-magazin.de mit Material von dpa
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