18.09.2007
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Siemens

Ermittlungen gegen Neubürger

Die Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fragwürdiger Siemens-Zahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB nun auch gegen Heinz-Joachim Neubürger. Vergangene Woche wurde die Wohnung des Ex-Finanzchefs durchsucht.

München/Nürnberg - Es bestehe der Verdacht auf Mitverantwortung für Zahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB, erklärte Andreas Quentin, Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg, gegenüber manager-magazin.de. In diesem Zusammenhang seien vergangene Woche auch Durchsuchungen erfolgt. Ohne den Namen Neubürgers zu nennen, bestätigte Quentin entsprechende Berichte der "Süddeutschen Zeitung" und des "Handelsblatts". Eine Verhaftung habe es allerdings nicht gegeben.

Im Visier der Ermittler: Ex-Siemens-Finanzchef Joachim Neubürger
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Im Visier der Ermittler: Ex-Siemens-Finanzchef Joachim Neubürger

Am Mittwoch vergangener Woche habe die Anklagebehörde Justizkreisen zufolge die Privaträume des ehemaligen Siemens-Managers durchsuchen lassen, schreibt das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Es gehe um den Verdacht der Untreue. Die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstag) berichtet, Neubürgers Anwalt, Eberhard Wahle, habe sowohl die neuen Ermittlungen als auch die Durchsuchungen bestätigt. Wahle war für eine Stellungnahme gegenüber manager-magazin.de zunächst nicht zu erreichen. Der Siemens-Konzern wollte die Ermittlungen der Nürnberger Staatsanwaltschaft nicht kommentieren.

Die AUB soll jahrelang mit mindestens 34 Millionen Euro vom Siemens-Topmanagement gefördert worden sein, um eine Gegengewerkschaft zur IG Metall aufzubauen. Der langjährige AUB-Chef Wilhelm Schelsky, der momentan in Untersuchungshaft sitzt, hatte in einem Interview bestätigt, Geld erhalten zu haben.

Der 54-jährige Neubürger, der ein Vertrauter von Ex-Siemens- Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer war, fungierte von 1998 bis April 2006 als Finanzvorstand des Technologiekonzerns. Damals löste er seinen noch bis September 2007 laufenden Vertrag vorzeitig auf, offiziell mit der Begründung, er wolle eine Auszeit nehmen und sich beruflich neu orientieren.

Damals hieß es, Neubürger werde Siemens Chart zeigen als Berater verbunden bleiben. Inzwischen hat er einen Direktorenposten beim Private-Equity-Riesen KKR übernommen. Laut "Handelsblatt" ermittelt die Staatsanwaltschaft München bereits seit einiger Zeit wegen der Bildung schwarzer Kassen bei Siemens gegen Neubürger.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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