22.09.2007
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Porsche

Leidenschaft für Entdeckungen

Von Nikos Mourkogiannis, Stefanie Unger und Gregor Vogelsang

3. Teil: Rennerfolge als Marketingstrategie

Rennerfolge als Marketingstrategie

Wie vorteilhaft Ferry verhandelt hatte, das sollte erst im Laufe der Jahre deutlich werden. Noch war ja nicht absehbar, dass der Käfer und Volkswagen derartig erfolgreich werden würden. Das VW-Vertriebsnetz befand sich noch im Aufbau, doch verschaffte es einige Jahre später dem kleinen Sportwagenhersteller einen internationalen Markenauftritt, den das Unternehmen aus eigenen Mitteln niemals hätte bestreiten können.

Rennfahrer und Unternehmer: Sportwagenpionier Ferdinand Porsche
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Porsche AG

Rennfahrer und Unternehmer: Sportwagenpionier Ferdinand Porsche

Ferry setzte unternehmerisch um, was sein Vater angestoßen hatte. Im Jahr 1951 nahm Porsche mit dem 356er an dem Autorennen "24 Stunden von Le Mans" teil – und gewann in seiner Klasse. Durch diesen Sieg, dem viele weitere folgen sollten, wurde der Verkauf angekurbelt. Die Rennerfolge wurden geradezu Teil der Markenstrategie.

Porsche verkaufte ja keine Gebrauchsfahrzeuge, sondern Sportwagen. Wer einen Porsche fuhr, der sollte das Gefühl haben, hinter dem Steuer eines Siegerautos zu sitzen. Daher konstruierte Porsche nicht nur reine Rennwagen wie den Porsche 718 oder den Porsche 908, sondern auch bei den Serienfahrzeugen gab es immer eine Verbindung zum Rennsport. Diese Richtung wurde durch die nachfolgenden Modelle immer weiter beschritten. Die Mittel für den 356 waren ja noch recht bescheiden, es handelte sich ja im Grunde um einen "Rennkäfer" mit 40 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h, der in gemächlichen 23 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigte.

Auch wenn die Leistung der 356er Serie immer weiter nach oben ging, Anfang der 60er Jahre zeichnete sich ab, dass das Modell ausgereizt war und man einen Nachfolger brauchte. Verschiedene Modelle standen zur Debatte, darunter sogar eine geräumige Limousine. Doch Ferry Porsche entschied, es sollte ein Sportwagen gebaut werden, ein Zweisitzer mit zwei hinteren Notsitzen. Das Design übernahm Ferrys Sohn, Ferdinand Alexander.

Das Ergebnis war ein Volltreffer: Der Porsche 911 gilt bis heute als "der" Porsche schlechthin. Ferry Porsche baute konsequent eine Marke auf, die heute zu den wertvollsten der Welt gehört. Das Firmenlogo entwarf Ferry Porsche selbst – dabei kombinierte er das Wappen von Baden-Württemberg mit dem Wappentier der Stadt Stuttgart, dem sich aufbäumenden Pferd. Ganz im Sinne seines Vaters standen die Autos aus dem Hause Porsche für technische Ausgefeiltheit, für Langlebigkeit und sportliche Eleganz. Die Formgebung ist schnittig, rund und fließend, niemals aggressiv oder futuristisch wie bei anderen Sportwagen. Diese Formensprache ist buchstäblich zu einem Markenzeichen geworden.

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