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24.08.2007
 

Banken

"Aufgeschreckter Markt"

Von Rita Syre, Frankfurt

Nach Ansicht der Ratingagentur Fitch kann von einer Bankenkrise in Deutschland keine Rede sein. Die meisten Finanzhäuser seien stark aufgestellt und ihre Fähigkeit groß, Schocks zu absorbieren. Allerdings kämpften die Banken mit dem Misstrauen der Märkte.

Frankfurt am Main – "Es besteht keine Bankenkrise", sagt der Bankexperte der Ratingagentur Fitch, Thomas von Lüpke, am Freitag vor Journalisten dezidiert. Das ist die gute Nachricht, die die Bonitätsexperten verbreiten. Sie wagen sich mit dieser Aussage so weit aus dem Fenster, weil auf der Grundlage ihrer Untersuchungen die meisten deutschen Banken gut gerüstet seien, "Schocks im begrenzten Umfang" zu absorbieren.

Bankenplatz Frankfurt: Die deutschen Banken befinden sich nach Ansicht der Ratingagentur Fitch nicht in einer Krise
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DPA

Bankenplatz Frankfurt: Die deutschen Banken befinden sich nach Ansicht der Ratingagentur Fitch nicht in einer Krise

Ihre individuelle finanzielle Stärke und der Grad der Diversifikation hätten sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Allerdings sei mit einem niedrigeren Ertrag der Banken in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Aber auch dies könne man, so von Lüpke, vernünftigerweise nicht als Bankenkrise bezeichnen. Sorge bereiten von Lüpke angesichts der Risikomanagementsysteme eher die kleinen und mittleren Institute.

Der Bankenexperte von Fitch weist aber auch noch auf einen ganz anderen Grund hin, warum seiner Ansicht nach keine Bankenkrise in Deutschland herrscht. Die Institute seien mitten im Anpassungsprozess für die neue Wirklichkeit im Geschäft mit den strukturierten Produkten wie den Asset Backed Commercial Papers (ABCP) drin. In diesen ABCP sind auch Subprime-Kredite enthalten.

Mittlerweile leiden zahlreiche Anlageklassen

Die Neubewertung von Suprime-Krediten haben Rettungsaktionen für die IKB Industriekreditbank und die SachenLB notwendig gemacht. Die Finanzhäuser würden "im Rahmen des erwartenden Drucks" auf die Produkte, die eingesetzten Zweckgesellschaften und die daraus resultierenden Risiken über den Tag hinaus untersuchen.

So weit die guten Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass "der Markt in einer sehr emotional aufgeladenen Phase ist", meint von Lüpke. Die nun wieder stärker betonte Risikoscheu hätte dazu geführt, dass auch teilweise Papiere mit der Bestnote, also einem dreifachen "A" und damit einer sehr geringen Ausfallwahrscheinlichkeit, illiquide geworden seien. Und nicht nur ABCPs, sondern auch andere Anlageklassen seien von Liquiditätsproblemen betroffen. "Das ist genau so eine Übertreibung am Markt wie die Sorglosigkeit, die noch vor wenigen Wochen geherrscht hat", urteilt von Lüpke.

Von Lüpke geht davon aus, dass der derzeit "sehr aufgeschreckte" Markt sich wieder beruhigen werde, wenn es keinen Ausfall bei den mit "AAA"-benoteten Papieren gebe. Der Anleger müsse erst spüren, dass er bei Fälligkeit kein Geld verloren habe. "Das gibt dann dem Markt wieder sein Vertrauen zurück", ist von Lüpke zuversichtlich.

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