Von Kai Lange
mm.de: Etwas konkreter, bitte.
Granderath: Nehmen Sie das Unternehmen Hach-Lange, ein führender Hersteller von Geräten zur Wasseranalyse. Wir haben das Berliner Unternehmen Bruno Lange 1998 gekauft und im Jahr 2000 mit Hach Inc., einem starken US-Spieler, fusioniert. Früher war Bruno Lange ein mittelständisches Unternehmen mit einem starken Export, jetzt ist Hach-Lange in allen europäischen Märkten mit eigener Infrastruktur aktiv und Marktführer in der Wasseranalytik. Der Umsatz hat sich verfünffacht, die Mitarbeiterzahl ist gestiegen, wir haben neue Märkte erschlossen.
Granderath: Es geht nicht nur um das Zusammenführen von Unternehmen, die sich gegenseitig stärken, sondern auch um permanente Verbesserung und um Innovation. Wir haben für Hach-Lange zum Beispiel früh als strategischen Durchbruch definiert, ein neues Verfahren zur Sauerstoffmessung in Wasser zu entwickeln. Heute bietet Hach-Lange ein optisches Verfahren zur Sauerstoffmessung, das gegenüber dem alten chemischen Verfahren viele Vorteile hat. Das Ziel ist, mit diesem "breakthrough" für 15 bis 20 Prozent Wachstum zu sorgen. Diesen Durchbruch hätte das mittelständische Unternehmen Bruno Lange allein nie geschafft.
mm.de: Den Wetzlarer Mikroskophersteller Leica Microsystems haben sie vor zwei Jahren für 450 Millionen Euro von dem Private-Equity-Unternehmen Permira erworben. Unter den Mitarbeitern entsteht dann rasch der Eindruck, sie würden unter Investoren hin- und hergeschoben.
Granderath: Kurze Zeit nach dem Erwerb von Leica Microsystems haben wir in Australien das Unternehmen Vision Systems erworben mit dem Ziel, Leica zu stärken. Wir kaufen kein Unternehmen, um damit zu pokern, sondern um dessen Potenzial zu heben und Umsatz und Gewinn zu steigern.
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