Von Kai Lange
mm.de: Die Danaher Corporation ist eine Übernahmemaschine: Mehr als 400 Unternehmen gehören zum Firmenimperium, fast jeden Monat meldet Danaher einen neuen Deal und kauft pro Jahr rund eine Milliarde Umsatz hinzu. Was unterscheidet Danaher von Firmenjägern wie zum Beispiel Blackstone oder KKR?
Granderath: Wir denken in längeren Zeiträumen als Private-Equity-Unternehmen. Wir verkaufen Unternehmen äußerst selten, weil wir vor einem Kauf genau analysieren, auf welche Weise der Kandidat unsere strategischen Plattformen verstärken kann. Wir kaufen Unternehmen nicht, um sie nach einigen Jahren weiterzureichen, sondern um deren Wachstum und Profitabilität zu verbessern. Davon profitiert schließlich das gesamte Unternehmen.
mm.de: Viele durch Schulden finanzierte Übernahmen geraten aufgrund anziehender Risikoprämien ins Stocken, dem weltweiten Übernahmeboom droht ein Dämpfer. Ein Problem auch für Danaher?
Granderath: Wir sind auch deshalb nicht mit Private-Equity-Investoren vergleichbar, weil wir nicht auf fremdfinanzierte Übernahmen angewiesen sind. Wir haben genug freie Gelder, um sie für weitere Investitionen einzusetzen: Im vergangenen Jahr betrug der Cashflow 1,5 Milliarden Dollar. Wenn jetzt die Bewertungen und Preise etwas herunterkommen, kommt uns das nur entgegen. Auch Deutschland ist für Danaher ein hochinteressanter Markt.
mm.de: Warum?
Granderath: In Deutschland gibt es viele mittelständische Unternehmen, die herausragende Technologien entwickelt haben und in ihren Bereichen zu den Weltmarktführern zählen. Ein mögliches Zielunternehmen muss vor allem zwei Voraussetzungen erfüllen: Es muss zu einer unserer strategischen Wachstumsplattformen passen, zum Beispiel im Bereich Messtechnik oder Medizintechnik. Zweitens müssen wir überzeugt sein, dass wir die Geschäftsabläufe und den Wert des Unternehmens mit Hilfe unseres "Danaher Business Systems" (DBS) verbessern können.
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