Vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen (doch, doch, es war durchaus ein Vergnügen) mit zwei Mitgliedern des SPD-Parteivorstands bei einem abendlichen Bier beieinanderzusitzen. Das Thema kam natürlich schnell auf die miesen Umfragewerte der SPD und deren Ursachen.
Sinngemäß sagte ich den beiden Folgendes:"Die absolute Kernkompetenz der SPD ist die soziale Gerechtigkeit. Doch diese Kernkompetenz lassen sich die Sozialdemokraten gerade abjagen. Und zwar nicht etwa von der Linkspartei oder der nach links gerückten CDU, sondern von einem Karlsruher Drogeriemarktbesitzer. Peinlich, peinlich ..." Ich meinte natürlich den DM-Gründer Götz Werner. Einen freundlichen, anthroposophisch angehauchten älteren Herren, dessen Buch "Einkommen für alle" im Frühjahr die Bestsellerlisten stürmte und dem bei einem Auftritt in Hamburg im vergangenen Herbst rund 2000 Leute zuhören wollten.
Dabei gibt es in Hamburg noch nicht einmal Filialen von DM. Der Hamburger kauft sein Waschpulver bei Budni. 2000 Zuhörer - die muss der Hamburger SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Naumann erst einmal zusammenbekommen. Götz Werner schaffte dieses Kunststück mit einer simplen Idee: Er will in Deutschland alle sozialen Sicherungssysteme abschaffen und durch ein einheitliches Grundeinkommen ersetzen. Das soll irgendwo zwischen 750 und 1500 Euro betragen und an jedermann ausgezahlt werden, vom bisherigen Sozialhilfeempfänger bis zum Multimillionär.
Wenn Sie jetzt spontan denken: "utopisch", "nicht finanzierbar", oder auch: "verkappte Umverteilung von unten nach oben" - dann reagieren Sie etwa genauso wie meine beiden sozialdemokratischen Gesprächspartner.
Man kann sicherlich sehr lange und kontrovers über das Für und Wider eines Grundeinkommens diskutieren, und auf den Veranstaltungen von Werner geschieht das auch. Was ich viel faszinierender finde: Die bekannten Gegenargumente werden bei der SPD als Begründung genannt, warum man über ein Grundeinkommen gar nicht erst reden müsse. Eine seltsame Entscheidung, denn damit verliert die SPD automatisch die Hoheit über die wahrscheinlich spannendste Debatte, die derzeit in Deutschland zum Thema soziale Gerechtigkeit abläuft.
Bevor wir uns darüber hermachen ein bedingungsloses Grund Einkommen zu installieren, müssen wir in einem ersten Schritt die Strafabgabe (Sozialbeiträge) auf einfache Arbeit (wer hart Arbeitet muss dafür einen guten Lohn haben) [...] mehr...
Lieber Herr Rickens,´ Sie haben die Sachlage sehr gut beobachtet und die beiden Herren von der SPD kalt erwischt. Warum denn nicht die Vorschläge von Werner wenigstens diskutieren und dann vielleicht neue oder bessere [...] mehr...
Lieber Günter Sölken, lieber Bernd Klehn, bitte, fühlen Sie sich eingeladen die Grundzüge eines Grundeinkommens in diesem Forum zu diskutuieren. Dazu ist es da, und Dr Wo hat diese Gelegenheit ja auch genutzt (allerdings mit [...] mehr...
Das bedingungslose, konsumsteuer-finanzierte Grundeinkommen, wie es u. a. Götz W. Werner mit viel finanzieller Macht voran treibt (s. http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/stundenloehne2005.htm , Rang 65), ist eine heimtückische [...] mehr...
Lieber Herr Klehn, da würde ich jetzt gern Herrn Ricken einbeziehen wollen. Denn dies würde m.E. das Format eines Forums sprengen. Meine Bitte / Anregung wäre, das, worum Sie, Herr Klehn, gebeten haben, zum Inhalt eines [...] mehr...
© manager magazin Online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH