München/Zürich - "Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich zusammen und wollen näher zusammenrücken", bestätigte ein ADAC-Sprecher gegenüber manager-magazin.de das Zusammengehen mit der Deutschlandtochter von Zurich Financial Services (ZFS). Ziel der engeren Kooperation sei, "den Mitgliedern künftig in allen Bereichen der Kfz-Versicherung ein besseres Angebot zu machen". Über Details werde im Rahmen einer Pressekonferenz gesprochen, ein Termin stehe noch nicht fest, so der Sprecher weiter.
Nach einem Bericht Financial Times Deutschland" (FTD) soll die neue Gesellschaft bereits im Herbst 2007 an den Start gehen. Beim Bundeskartellamt soll die Firmengründung bereits angemeldet worden sein. Zurich soll an dem Joint Venture nach FTD-Informationen 51 Prozent halten, der ADAC 49 Prozent. Die Sprecher von ADAC und Zurich wollten das jedoch nicht bestätigen.
Bislang ist der Automobilclub nur als Vermittler von Autoversicherungen tätig und arbeitet dabei mit Zurich und der R+V-Tochter Kravag zusammen. Angeblich hat der ADAC seinen fast 16 Millionen Mitgliedern bisher 300.000 Verträge vermittelt.
Zurich soll R+V ausgestochen haben
Die Zurich habe sich bei den Verhandlungen gegen die R+V-Gruppe in Wiesbaden durchsetzen können. Bisher tritt der ADAC nur als Vermittler von Autoversicherungen auf. Seine Partner sind Zurich und die R+V-Tochter Kravag. Die Verträge werden von der Zurich verwaltet, die auch 50,5 Prozent des Risikos trägt. Kravag ist bisher zu 49,5 Prozent an dem Geschäft beteiligt, scheidet aber nach der Neugründung aus.
Mit dem Wechsel vom Vermittler zum Risikoträger könne der ADAC künftig mehr Einfluss auf die Gestaltung von Policen und Preisen nehmen. Außerdem werde es leichter, an den Ergebnissen des - trotz Preissenkungen - finanziell immer noch lukrativen Marktes der Autoversicherung zu partizipieren. Allerdings sei der Aufbau eines Autoversicherers in den ersten Jahren mit hohen Kosten verbunden.
Seit Herbst 2005 bieten die Münchener gemeinsam mit der Deutschen Bank auch Sparprodukte an. 2004 stiegen sie mit VW Financial Services in die Kreditvermittlung ein.
manager-magazin.de mit Material von ddp, reuters
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