Von Kai Lange
Leverage Market testet seine Limits
Die steigende Zahl von Rekapitalisierungen und Secondary Buyouts ist nach Einschätzung des Private-Equity-Experten Spill noch kein Grund zur Sorge, sondern folgt schlicht den Gesetzen des Marktes. PE-Fonds wie auch ihre Geldgeber strebten nach bestmöglicher Rendite: "Wer es trotz günstiger Bedingungen versäumt, Liquidität an die Investoren zurückzuführen, muss sich vorwerfen lassen, er habe eine Marktchance verpasst.". Bei einem steigenden Zinsniveau werde auch die Zahl der Secondary Buyouts zurückgehen: "Das ist eine normale Marktreaktion."
Trotz des Übernahmefiebers und der rasant gestiegenen Übernahmesummen rechnet Spill mit einer "sanften Landung". Er glaubt nicht daran, dass eine Konjunkturdelle sogleich zu einer Serie von Unternehmenspleiten führt und damit auch große Teile der Private-Equity-Szene erfasst - nicht zuletzt wegen der "zahlreichen Instrumente", mit denen sich Problemfälle auffangen lassen.
Auch Fitch rechnet derzeit noch nicht mit einer scharfen Korrektur. Der Leverage Market, so die Prognose, dürfte auch in diesem Jahr "seine Limits weiter testen".
Wer pokert zu hoch? Lediglich auf Private-Equity-Investoren zu zeigen, greift zu kurz. Unter den Beteiligungsunternehmen sind einige, die mit ihren Investitionen Wachstum oder eine strategische Neuausrichtung erst ermöglichen. Einige beschränken ihren Fremdkapitaleinsatz, und nur wenige reizen den Markt bis zum Limit aus.
Den Appetit der PE-Investoren schürt eine wachsende Zahl von Kreditgebern, die sich in der Hoffnung auf immer höhere Renditen allzu freigiebig zeigen. Eine genaue Risikoprüfung steht bei ihnen noch aus - denn bislang ist das Geschäft zu glattgegangen, wurden erste Ausfälle noch von Aufkäufern aufgefangen.
"Wahrscheinlich müssen erst ein paar größere Unternehmen gegen die Wand fahren, bis die Risiken neu bewertet werden", meint ein Branchenkenner. Bis dahin dürfte das Spiel weitergehen, doch dann dürften sich Prämien, Preise und ein paar Finanzierungsregeln sehr schnell ändern.
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