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20.02.2007
 

Brücke über die Ostsee

Ja, aber langsam

Auf einer Länge von 20 Kilometern soll die Brücke über die Ostsee führen - und über fünf Milliarden Euro kosten. Nach langer Diskussion über eine Beltquerung zwischen Fehmarn und Dänemark wurde nun prinzipiell Einigung über das gewaltige Verkehrsprojekt erzielt. Nur der Zeitplan ist weiter völlig offen.

Berlin - Die Bundesregierung, Dänemark und Schleswig-Holstein haben sich grundsätzlich über den Bau einer Brücke über den Fehmarnbelt geeinigt. Das wurde am Dienstag nach einem Treffen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit seinem dänischen Kollegen Flemming Hansen und dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) bekannt.

Laut Tiefensee ist die Bundesregierung grundsätzlich bereit, das deutsch-dänische Projekt zu unterstützen. Es liege jetzt ein einvernehmlicher Vorschlag auf dem Tisch, so dass bei Akzeptanz in den Parlamenten das Projekt realisiert werden könne, so Tiefensee.

Das Projekt soll 5,5 Milliarden Euro kosten, wovon Dänemark 650 Millionen tragen werde. 1,5 Milliarden sollen von der EU kommen, der Rest durch Brücken-Maut. Tiefensee machte aber zugleich deutlich, dass das Projekt für den Bund "keine hervorragende Priorität" genießt. Zum Zeitplan sagten die Politiker nichts.

Am Computer bereits fertig: Die umstrittene Brücke über den Fehmarnbelt
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Am Computer bereits fertig: Die umstrittene Brücke über den Fehmarnbelt

Austermann zeigt sich mit den Ergebnissen der deutsch-dänischen Beratungen über den Bau einer Fehmarnbelt-Querung zufrieden. Erstmals sei in aller Deutlichkeit klargestellt worden, dass der Bund das Projekt unterstütze, sagte Austermann. Damit sei auch klar, dass die vorgelegten Berechnungen zur Zukunftsfähigkeit der Brücke allseits akzeptiert und bestätigt würden.

Ins Auge gefasst wird den Angaben zufolge eine privatwirtschaftliche Finanzierung plus EU-Hilfen und Landeszuschüsse aus Schleswig-Holstein und Dänemark. Laut Tiefensee sehen die neuesten Untersuchungen vier Milliarden Kosten für die Brücke vor plus 840 Millionen auf deutscher und 650 Millionen Euro auf dänischer Seite für die jeweiligen Hinterlandanbindungen.

Es solle privat und durch Regierungsbürgschaften, Zuschüsse sowie "ein Engagement von Schleswig-Holstein" finanziert werden. Zur Refinanzierung sagte Tiefensee, 20 bis 25 Jahre seien sicherlich nicht ausreichend. Hansen wies darauf hin, dass er die Vorschläge nun zunächst seinem Kabinett und anschließend dem dänischen Parlament vorlegen müsse, da er Mitglied einer Minderheitsregierung sei, und bat um ausreichend Zeit für diese Prüfung. Er könne "kein Datum vorhersagen".

Austermann sagte, es handele sich um das "größte Brückenbauprojekt, das zurzeit in Europa in der Planung ist". Es sei "aus unserer Sicht unverzichtbar". Die Höhe des Landeszuschusses wollte er nicht beziffern.

Das Projekt wird von Arbeitnehmerorganisationen, Umweltschützern, von der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern und Bewohnern der Insel Fehmarn kritisch gesehen. Derzeit wird der Verkehr über Fährverbindungen der Bahn-Tochter Scandlines bewältigt.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

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