Donnerstag, 9. Februar 2012, 11:37 Uhr

manager magazin



11.02.2007
 

Konjunktur

Umsatzsteuer keine Konsumbremse

Die erhöhte Umsatzsteuer ist schon einen Monat alt. Doch den Konsum der Bundesbürger bremst sie kaum, stellt die Gfk fest. Das käme nicht nur von lauten Rabattaktionen, sondern auch von einem Einstellungswandel.

Berlin - Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wirkt sich nach Erkenntnissen der Gesellschaft für Konsumforschung weniger auf die Kauflust der Bürger aus als vielfach angenommen. Ersten Zahlen zufolge ging der Konsum bislang nicht zurück, wie Klaus Wübbenhorst, der Chef der Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) der Zeitung "Die Welt" sagte.

  Kauflust:  Die Deutschen shoppen wieder, so die Gfk
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DPA

Kauflust: Die Deutschen shoppen wieder, so die Gfk

"Es sieht so aus, dass der Januar 2007 besser gelaufen ist als der Januar 2006." Der Preisanstieg in Folge der Steueranhebung erreichte laut Wübbenhorst schon seinen Höhepunkt: "Ich gehe nicht davon aus, dass Handel und Industrie jetzt noch spürbar zuschlagen werden." Das Thema sei weitgehend durch. Die Verbrauchssteuer war zum Jahreswechsel von 16 auf 19 Prozent gestiegen.

"Die schädliche Wirkung der Steuererhöhung auf den Konsum wurde von vielen überschätzt", erklärte der GfK-Chef. Er erwarte, dass 2007 die Konsumausgaben real um rund 0,5 Prozent steigen würden; bei weniger Arbeitslosen oder hohen Tarifabschlüssen könnten sie noch höher liegen. Der harte Konkurrenzkampf im Einzelhandel lasse kaum noch Preisaufschläge zu. Auch die bisherigen Preissteigerungen hielten sich in Grenzen, wie die kaum gestiegenen Inflationsraten für Dezember und Januar zeigten. Im ersten Monat 2007 sei zwar der Absatz von Autos durch Vorzieheffekte gesunken, der von Textilien, Elektronik und Gütern des täglichen Bedarfs habe jedoch zugelegt. Der Rückgang beim Umsatz sei auch, aber nicht nur durch Rabatte verhindert worden.

Das stimmt ihn auch für die Zukunft optimistisch. Die Verbraucher müssen nach Ansicht der GfK nicht mehr mit Preiserhöhungen wegen der Mehrwertsteueranhebung rechnen. "Ich gehe nicht davon aus, dass Handel und Industrie jetzt noch spürbar zuschlagen werden", sagte Wübbenhorst.

Nach seiner Ansicht lässt der harte Konkurrenzkampf insbesondere im Einzelhandel kaum noch Preisaufschläge zu. Auch die bisherigen Preissteigerungen hielten sich in Grenzen, was sich an kaum gestiegenen Inflationsraten für Dezember und Januar ablesen lasse. Wübbenhorst erwartet, dass in diesem Jahr die Konsumausgaben der Deutschen real um rund 0,5 Prozent steigen werden. Eine weitere Senkung der Arbeitslosenzahlen oder hohe Tarifabschlüsse könnten die Verbraucherausgaben weiter in die Höhe treiben.

Der von vielen befürchtete Umsatzrückgang sei zwar auch, aber nicht nur durch Rabatte verhindert worden. "Grundsätzlich erkennen wir, dass die Konsumenten bereit sind, wieder mehr Geld auszugeben und nicht mehr nur das Billigste zu kaufen", sagte Wübbenhorst.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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