11.01.2007
Twitter GooglePlus Facebook

Energiestreit

"Keine Alternative zu Russland"

Von Simon Hage

4. Teil: "Putin wird in die Irre geführt"

Götz: Es mangelt nicht an demokratischen Institutionen. Zu einer autonomen Entwicklung der Gesellschaft gehört aber auch eine freie Presse. Dass diese unterdrückt wird, erweist sich als ganz großes Problem der russischen Innenpolitik, weil es kein Korrektiv mehr gibt. So kommt nicht an die Öffentlichkeit, wie sehr Putins Politik vom Geheimdienst beeinflusst wird. Zum anderen wird Putin in die Irre geführt, weil er selbst nicht mehr erkennt, was falsch läuft.

Energienation Russland: "Weite Landstriche werden zurückbleiben"
Zur Großansicht
DDP

Energienation Russland: "Weite Landstriche werden zurückbleiben"

mm.de: Putins Amtszeit endet 2008, danach könnte ein Machtvakuum drohen. Sehen Sie die Gefahr, dass Wirtschaftskriminalität und Mafia so ein noch größerer Raum gegeben wird?

Götz: Ich glaube nicht an ein Machtvakuum, dazu ist Russland ein zu gefestigter Staat. Putin wird nach einem Nachfolger suchen, der genau seinen Vorstellungen entspricht. Auch Putins Hintermänner haben ein Interesse an einem nahtlosen Übergang, weil sie nur so ihre Macht erhalten können. Sie hätten am liebsten einen Putin 2, der alles so lässt, wie es ist. Wenn Putins Nachfolger alles beim Alten lässt, wird sich aber auch an den aktuellen Problemen nichts ändern. Dann bleibt Russland ein Staat, dessen Gesellschaft und öffentliche Meinung unterentwickelt sind.

mm.de: Wagen Sie eine Prognose, wo Russland in zehn Jahren steht? Hat es durch den WTO-Beitritt möglicherweise die Chance, sich marktwirtschaftlicher zu entwickeln?

Götz: Russland ist bereits eine Marktwirtschaft. Es ist kapitalistischer als viele westliche Länder. Ansonsten hätte es sich nach der Währungskrise von 1998 nicht so schnell wieder aufgerappelt. So lange der Ölpreis hoch bleibt, wird die russische Wirtschaft auch weiterhin stabile Wachstumsraten erzielen.

Das wäre eine gute Voraussetzung für einen anhaltenden Aufschwung, der aber nur schrittweise in der Bevölkerung ankommt. Russland wird in einigen Bereichen noch für Jahrzehnte ein Entwicklungsland bleiben. Moskau und einige andere Millionenstädte werden prosperieren, während weite Landstriche zurückbleiben. Auch Probleme wie Korruption, Kriminalität und Menschenrechtsverletzungen werden unter den Bedingungen eines autoritären Staats bestehen bleiben.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

© manager magazin online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken