14.12.2006
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Bosch

Löhne auf dem Prüfstand

Von Christian Buchholz

2. Teil: Vorteil Tschechien

Vorteil Tschechien

Fehrenbach hatte in dem Interview auch erklärt, die Autokonzerne hätten ihr Kostensparziel von 2 bis 3 Prozent in den vergangenen Jahren auf 3 bis 4 Prozent erhöht. Um mehr als 40 Prozent gestiegene Rohstoffkosten insbesondere bei Aluminium und Kupfer belasteten das Geschäft zusätzlich.

Produktion in Tschechien: Blick ins Bosch-Werk Jihlava
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Produktion in Tschechien: Blick ins Bosch-Werk Jihlava

"Zurzeit zeichnet sich leider kein Produkt ab, durch das in Feuerbach neue, dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen werden könnten", erklärte der Betriebsratschef Neuffer. Stattdessen diskutierten die Arbeitnehmervertreter mit dem Management derzeit über 500 Arbeitsplätze, die zwischen 2009 und 2011 im Bereich der auslaufenden Pumpe-Düse-Fertigung notwendig werden könnten.

40-Stundenwoche, noch mit Lohnausgleich

Der Personalbedarf hängt nach Neuffers Worten aus Sicht der Konzernleitung davon ab, wie sehr sich die möglichen neuen Jobs den Arbeitsbedingungen im tschechischen Werk Jihlava annähern: Dort sind die Löhne und Gehälter für die 6200 Beschäftigten niedriger, zudem läuft die Produktion an sieben Tagen in der Woche. Schließlich werden im Nachbarland bereits seit einigen Jahren exakt die gleichen Teile produziert wie in Feuerbach - ein kurzfristiges Umlenken der Produktionsströme ist damit einfach.

Die sogenannte "Betriebsmittelnutzungszeit" von sieben Wochentagen auf Deutschland zu übertragen, nennt Betriebsrat Neuffer "überzogen". Dass aus Arbeitgebersicht verbesserte Arbeitszeiten für die 500 möglichen neuen Stellen eingeführt werden, hält er allerdings für "unvermeidbar".

Derzeit liefen an allen Standorten des Konzerns bereits Kostensenkungsprogramme, teilweise habe es auch bereits Ausweitungen auf 40 Wochenstunden gegeben. Allerdings sei die längere Arbeitszeit bisher immer inklusive Lohnausgleich eingeführt worden. Ob dies auch künftig so bleibe, ist laut Neuffer aber "nicht sicher".

Durch die neuen Konditionen für die möglichen 500 neuen Stellen will die Konzernleitung laut Neuffer 60 Millionen Euro einsparen - oder die Produktion nach Tschechien geben. Da Bosch seinen Investionsplan bis Januar abschließen will, läuft die Frist "für einen Kompromiss, den wir suchen" (Neuffer) in sechs Wochen aus.

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