Hamburg/Stuttgart - "Bis 2009 sind am Standort Stuttgart-Feuerbach 1400 Arbeitsplätze gefährdet. Wir bemühen uns aber, beispielsweise durch die Fertigung neuer Dieselpumpen, einen Teil davon auch langfristig zu erhalten", erklärte ein Bosch-Sprecher gegenüber manager-magazin.de.
Bis 2011 sollen sogar insgesamt 2700 Arbeitsplätze in Feuerbach wegfallen, berichtet indes der Betriebsrat. "Noch ist offen, ob es dabei zu Massenentlassungen kommt oder ob der Personalabbau über Abfindungsregelungen organisiert wird", sagte Werner Neuffer, Betriebsratschef in Feuerbach, gegenüber manager-magazin.de. Von Konzernseite heißt es zu dem Thema lediglich, dass der Stellenabbau "weitgehend sozialverträglich" gestaltet werden soll.
In dem Werk, das derzeit noch 12.000 der insgesamt 110.000 Bosch-Beschäftigten zählt, wird die Produktion von Einspritzmodulen für Dieselmotoren nach dem Pumpe-Düse-Prinzip eingestellt. Diese vom damaligen Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch forcierte Technik sorgte ab 1998 in den TDI-Motoren von Volkswagen
für Furore, weil sie niedrige Verbrauchs- und günstige Abgaswerte errreichten.
Keine Chance für Diesel-Kat made in Germany
Heute hat die konkurrierende Common-Rail-Technik in beiden Bereichen aufgeholt und ist zudem günstiger zu produzieren. Spätestens 2012 wird Volkswagen keine Pumpe-Düse-Aggregate mehr einsetzen.
Und neben Volkswagen gibt es unter den Pkw-Herstellern weltweit keine Marke, die das Pumpe-Düse-Prinzip nutzt. Die noch vor acht Jahren von Fachmagazinen hoch gelobte Technik hat keine Zukunft mehr. Ebenfalls am Standort Feuerbach beendet Bosch die Produktion einer Verteilereinspritzpumpe, deren Lebenszyklus endet. Als Folge wird die Belegschaftsstärke in Feuerbach schrumpfen. "Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat zum Thema Personalabbau laufen, dabei geht es auch um Ersatzbeschäftigungen", erklärte der Konzernsprecher.
Der Betriebsrat hatte anfangs gefordert, zur Auslastung der Kapazitäten in dem Werk die Produktion moderner Diesel-Rußpartikelfilter (Diesel-Kat) nach Feuerbach zu holen.
In einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" erteilte Bosch-Chef Franz Fehrenbach der Idee aber eine deutliche Absage: "Die Pilotfertigung wird in Japan starten. Wenn 2009 die Massenfertigung anläuft, müssen wir an einen Niedriglohnstandort gehen, der in Osteuropa liegen wird, sonst ist dieses Produkt nicht wirtschaftlich zu vermarkten", so Fehrenbach.
Für das Projekt wurde ein Joint Venture mit Zulieferspezialist Denso eingegangen, der sein Know-how über Keramiktechniken bei der Abgasfilterung einbringt.
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