Benutzername: goeblon
Beitrag: Sicherlich war die Auflösung der sogenannten Deutschland AG ein von den Finanzmärkten gefordertes Vorgehensmodell. Die damals aufgezeigten Risiken, u.a. die jetzige Heuschreckenthematik, wurden mehr oder minder kleingeredet.
Nun wundern sich plötzlich alle, dass die Finanzmärkte die neuen aus deren Sicht durchaus lukrativen Chancen nutzen. Wie schon so oft wurden die dahinter liegenden Prozesse und deren Auswirkungen nicht in Gänze bedacht. Letztendlich wird es so sein wie immer, d.h. erst wenn es richtig weh tut (Verlust von Arbeitsplätzen oder ganzer Firmen), werden die zuständigen Politiker in wilden Aktionismus verfallen um zu retten was dann noch zu retten ist.
Eine ausgewogene Wirtschaftspolitik, welche auch die Interessen Deutschlands berücksichtigt, wäre hier angebracht. Doch darauf hoffen wir schon seit Ewigkeiten, leider ohne Erfolg.
Benutzername: Superzeki
Beitrag: Müntefering nannte sie Heuschrecken, aber das ist viel zu milde ausgedrückt. Schlangenbrut wäre die richtige Bezeichnung. Ihre Gier kennt keine Grenzen. Menschen spielen für Sie keine Rolle, nur Profit zählt. In ihrem Eifer versuchen sie sich gegenseitig zu übertrumpfen. Dabei gehen sie über Leichen.
Das beste Beispiel ist Grohe. Ein Paradebeispiel, wie eine Heuschrecke vorgeht. Den Heuschrecken werden auch positive Eigenschaften angedichtet, um die Menschen zu blenden. Sie werden schön geredet und gelobt. Sie würden Unternehmen profitabel machen. Einzig ihre Taschen machen Sie profitabel. Die Blender und Schönredner saugen selber an den Zitzen der Schlange, versuchen ganz bewusst die Menschen zu beruhigen und zu täuschen. Die Heuschrecken und Großkapitalisten merken leider auch nicht, dass Sie am eigenen Mast sägen. Durch Entlassungen, Lohndumping und Verlagerung sind die Menschen überall auf der Welt nicht mehr in der Lage Produkte zu kaufen. Was Unternehmen wieder unter Druck setzt Kosten und Arbeiter zu sparen. Diese Spirale dreht sich immer weiter, bis es kollabiert. Die Unternehmen machen dicht, die Arbeiter sitzen auf der Straße und schon haben wir eine Wirtschaftkrise.
Keiner scheint zu merken, dass gut verdienende Mitarbeiter das Standbein der Volkswirtschaft sind. Wenn sie fällt, fällt alles in sich zusammen. Oder warum verkaufen sie ihre billig produzierten Waren hier in Deutschland? Denn die in Billigländern arbeitenden Menschen können sich diese Produkte nicht leisten. Die Politiker verschliessen ihre Augen. Die meisten sind ja korrumpiert durch die Kapitalisten. Während China die Importe an Know-How knüpft die nach China transferiert werden müssen, schauen die Europäer zu wie China Europa mit Waren überrennt und hier die Industrie Schritt für Schritt zerstört. Statt Schutzzölle zu fordern und den Import zu zügeln, um endlich Waffengleichheit zu schaffen.
Denn wir Arbeiter hier in Deutschland können mit dem chinesischen Arbeiter nicht konkurrieren. Oder bezahlt ein Arbeiter in China 550 Euro Miete wie ich. Oder warum fordern die Politiker nicht 16 % Mwst bei jeder Investition in Aktien, Derivat oder anderen Börsenspekulation? Jeder andere Mensch hierzulande muss es zahlen, wenn er etwas kauft, also warum nicht die Heuschrecken? Wenn eine Heuschrecke dann 100 Mio Euro in ein Unternehmen investiert und 16 % Mwst bezahlt, dann wissen wir, dass es langfristig und ernst gemeint ist.
Aber die Politiker werden sagen, das würde die Investition in Unternehmen stoppen und das Gegenteil wäre der Fall. Belügt die Menschen weiter. Wir wissen alle inzwischen, was die Politiker an Zweiteinkommen haben und wessen Interesse sie vertreten. Oder warum blockieren Sie vehement die Offenlegung der Einkünfte der Politiker und Abgeordneten? Denn niemand will verraten an welcher Zitze der Schlangenbrut sie saugt.
Benutzername: N. Müller
Beitrag: Die Antwort steht doch bereits im Artikel: "Noch vor einigen Jahren konnten deutsche Vorstände, kaum kontrolliert durch laxe Aufsichtsräte, weitgehend ungestört ihre Strategien verfolgen. Heute sind sie gezwungen, immer häufiger auf die Ansinnen ihrer Aktionäre zu reagieren und ihre strategischen Pläne zunehmend schneller zu ändern."
Was ist dagegen einzuwenden, wenn Vorstände nicht mehr so agieren können, als wären sie die Eigentümer? Mannesmann ist doch ein besonderes Beispiel für diese bisherige Mentalität.
Benutzername: manni
Beitrag: Da unsere Politiker (genannt "Heuschrecken") deutschen Privat-Anlegern die Lust an Aktien durch Steuern aller Art immer weiter verleidet haben, sind die Kurse international gesehen so niedrig, dass ausländische Firmen und Investoren "unsere" Unternehmen locker übernehmen, zerlegen und auch ins Ausland verlagern können, wie es Ihnen gefällt.
Irgendwann kapieren es unsere Politiker vermutlich, wie zuletzt bei EADS; haben aber dann mangels eigener Masse keine Möglichkeit mehr diesen Exodus zu verhindern. Selbstgemachtes Problem aus Motiven des "Nichtsgönnes".
Benutzername: ein Schweizer
Beitrag: In ganz Europa haben sich ähnlich wie die WCM grosse und alte Unternehmen in der Sonne vergangenen Ruhmes gewärmt und sich hinter der korporativen auf Erhaltung eines Status Quo ausgerichteten Politik sicher gefühlt ohne die Zeichen der Zeit zu erkennen. Die dem Wandel gegenüber feindliche Gesinnung wird jetzt sowohl auf Arbeitgeber- wie auf Arbeitnehmerseite hinweggefegt, weil man es nicht rechtzeitig selbst gemacht hat. Die meisten Unternehmen der Schweiz und Skandinavien haben das Fegefeuer bereits hinter sich, in Deutschland wütet es gerade und die Franzosen schaffen es (noch) sich davor zu schützen. Aber nicht mehr lange.
Fälle wie der Ausverkauf des Immobilienbesitzes von Dresden oder der Uebernahmekampf von Arcilor sind höchstens das Zeichen von langjährigem Mismanagement und verkrusteten Strukturen, dem sich bald auch die Gewerkschaften nicht mehr entziehen werden. Geld zur Uebernahme und Straffung von maroden Unternehmen gibt es in Deutschland genug, aber der Mut fehlt (leider auch beim Kapital) daraus das Beste zu machen. Dass man dabei verdienen kann, muss deshalb kein Makel sein, denn die Bereitschaft zum Risiko muss honoriert werden. Die alternative zu amerikanischen Raidern ist also durchaus vorhanden.
Langfristig gravierend sind die Mängel im Ausbildungswesen. Schaffen es staatlich gelenkte Institutionen nicht sich schnell den neuen Anforderungsprofilen anzupassen, werden auch sie aus schierer Notwendigkeit von neuen parallelen Ausbildungsstätten überholt werden. Nur wer den Wandel selber meistert, wird nich von Investment Haien geschluckt und auf Fitness getrimmt.
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