Die Affäre um schwarze Kassen bei Siemens hat offenbar größere Ausmaße als bisher bekannt. Nicht 20 Millionen Euro sollen veruntreut worden sein, sondern Gelder in dreistelliger Millionenhöhe. Zudem soll Siemens bereits seit über einem Jahr von den Unregelmäßigkeiten gewusst haben.
München - Die Ermittlungsbehörden vermuteten Schmiergelder in dreistelliger Millionenhöhe in der Siemens-Kommunikationssparte Com, berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Die Staatsanwaltschaft spricht bisher von etwa 20 Millionen Euro. Der Münchener Staatsanwalt Anton Winkler sagte, er könne eine höhere Zahl "derzeit nicht bestätigen".
Bestechungsaffäre bei Siemens: Konten wurden bereits eingefroren
Die Schmiergelder wurden laut SPIEGEL unter anderem dafür verwendet, um einen 250 Millionen Euro schweren Auftrag für das Sicherheitssystem der Olympischen Spiele 2004 in Athen zu erhalten.
Geldwäsche in der Schweiz?
Siemens
wollte sich zu den Ermittlungen nicht äußern, räumte aber ein, dass dem Konzern bereits seit einem Jahr Hinweise auf Unregelmäßigkeiten vorliegen. Aus der Schweiz sei damals der Verdacht der Geldwäsche geäußert worden, worauf eine bis heute nicht beendete interne Untersuchung eingeleitet worden sei. Der Vorstand habe sich regelmäßig über die Fortschritte berichten lassen.
Am Mittwoch waren 30 Siemens-Standorte in München und Erlangen durchsucht worden, fünf Verdächtige wurden daraufhin verhaftet, darunter ein früherer Bereichsvorstand von Com. Ob das Geld, das aus der Siemens-Kasse auf Konten von Tarnfirmen in der Schweiz und Liechtenstein transferiert worden sein soll, für Schmiergeldzahlungen verwendet wurde, wird noch geprüft.
manager-magazin.de mit Material von reuters
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